BKA warnt

Deutschland von Cyberattacken besonders betroffen

9. Mai 2022, 16:29 Uhr | dpa | Kommentar(e)
Schadcode
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Das BKA spricht für 2021 von einem Cybercrime-Anstieg von über zwölft Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem zwei Angriffsvarianten haben jeweils einen starken Zuwachs erlebt. Am schlechten Schutz hiesiger Unternehmen soll es aber nicht liegen.

Deutschland ist von Cyberattacken überdurchschnittlich stark betroffen. Das liegt nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden allerdings nicht daran, dass es Hackern hierzulande durch schwache IT-Sicherheitsvorkehrungen leichter gemacht wird als anderswo, sondern schlicht daran, dass Deutschland wohl als „lukratives Angriffsziel“ gelte, sagte die Vizepräsidentin des Bundeskriminalamtes (BKA), Martina Link, am Montag bei der Vorstellung des Bundeslagebilds Cybercrime 2021 in Berlin.

Die Polizei registrierte im Bereich Cybercrime demnach im vergangenen Jahr bundesweit 146.363 Delikte – ein Anstieg um mehr als zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem im Bereich Ransomware und bei DDoS-Angriffen sei ein starker Zuwachs festgestellt worden.

Als Ransomware werden Schadprogramme bezeichnet, die bei den Opfern den Zugriff auf Daten und Systeme einschränken oder verhindern, indem sie beispielsweise alle Festplatten verschlüsseln. Für die Entschlüsselung verlangen die Angreifer dann ein Lösegeld (engl. „ransom“). Bei DDoS-Attacken ("Distributed Denial of Service"), versuchen Angreifer, Server mit einer Flut von Anfragen lahmzulegen.

"Conti" ist besonders relevant

So waren im vergangenen Sommer nach einem DDoS-Angriff auf einen deutschen IT-Dienstleister für Banken teilweise Webseiten, Online-Banking und weitere Dienste vorübergehend nicht erreichbar oder nur eingeschränkt nutzbar. Zu den relevantesten Attacken zählte das BKA auch eine Attacke mit der Ransomware Conti vom November. Hier traf es laut Lagebild ein Unternehmen, dessen Software in etwa einem Viertel der deutschen Arztpraxen verwendet wird.

Die Aufklärungsquote bei Cyberangriffen lag mit rund 29 Prozent im vergangenen Jahr erneut auf niedrigem Niveau. Ein Grund dafür sei die geringe Anzeigebereitschaft von betroffenen Unternehmen, sagte Link. Eine enge Kooperation in einem frühen Stadium des Angriffs sei aber, da es hier um „flüchtige Daten“ gehe, Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Bekämpfung von Cyberattacken. Ein Grund für das Zögern sei wohl die unbegründete Sorge, durch eine Zusammenarbeit mit der Polizei könne der Angriff öffentlich werden.

Dass die Zahl der Cyberangriffe zunehme, während die Zahl der Straftaten insgesamt rückläufig sei, wertete die BKA-Vizepräsidentin als „Ausdruck der fortschreitenden Verlagerung von Kriminalität in den digitalen Raum“. Die zunehmende Verzahnung internationaler Lieferketten sowie die durch die Corona-Pandemie beschleunigte Digitalisierung schaffe für Cyberkriminelle neue Tatgelegenheiten.

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