Schaden in Millionenhöhe

Empfindlicher Schlag gegen Betrug mit Fake-Shops

10. Dezember 2021, 17:47 Uhr | dpa | Kommentar(e)
Vorsicht, Falle!
„ICT CHANNEL“
© fotohansel - AdobeStock

Nach zwei Jahre dauernden Ermittlungen haben deutsche Ermittler zwei Männer dingfest gemacht, die aus dem Keller eines Wohnhauses mehr als 50 Fake-Shops betrieben und damit Kunden um Millionen Euro betrogen haben sollen.

Ermittler aus Mecklenburg-Vorpommern haben zwei mutmaßliche Internetbetrüger aufgespürt, die von Duisburg aus einen Millionenschaden bei gutgläubigen Käufern verursacht haben sollen. Nach Durchsuchungen in drei Wohnhäusern in Duisburg und im Landkreis Hof wurden die beiden 38 Jahre alten Männer in Untersuchungshaft genommen, wie die Staatsanwaltschaft Rostock am Freitag mitteilte. An dem Schlag gegen Cyberkriminalität waren etwa 80 Beamte aus Nordrhein-Westfalen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern beteiligt.

Nach Angaben der Behörde stehen die beiden Beschuldigten im Verdacht, seit mindestens zwei Jahren etwa 55 Fake-Shops betrieben zu haben. Über die professionell gestalteten Internetseiten sollen sie verschiedene Waren gegen Vorkasse angeboten, diese aber nach Zahlung nicht geliefert haben. Laut Staatsanwaltschaft sind mehr als 1.000 Anzeigen, die aus dem gesamten Bundesgebiet eingingen, auf die von den beiden Männern eingestellten Fake-Shops zurückzuführen. Die Schadenssumme sei noch nicht vollständig ermittelt, liege vermutlich aber „in Millionenhöhe“, hieß es.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Rostock waren Internetspezialisten der Kriminalpolizei Schwerin den mutmaßlichen Tätern auf die Spur gekommen. Die Beschuldigten sollen aus einem besonders gesicherten Keller eines der drei durchsuchten Wohnhäuser agiert haben. Die Ermittlungen hätten zwei Jahren gedauert. Im Zuge des etwa 14-stündigen Einsatzes seien eine Vielzahl von Computern, Mobiltelefonen und Datenträgern sowie zwei elektronische Bitcoin-Tresore als Beweismittel sichergestellt worden.

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, wurden «als vermögensabschöpfende Maßnahmen» zwei hochwertige Autos, ein Motorrad, Schmuck sowie Bargeld in Höhe von 380.000 Euro gesichert. Im Falle einer Verurteilung drohe den Beschuldigten eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.


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