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Hacker-Angriff auf Uniklinik Düsseldorf

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

17. September 2020, 16:37 Uhr   |  Oliver Auster, Dorothea Hülsmeier und Marc Herwig, dpa | Kommentar(e)

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung
© Universitätsklinikum Düsseldorf

Nach einem Erpressungsversuch der Uniklinik Düsseldorf durch Hacker kam eine Patientin ums Leben. Die Täter haben sich zurückgezogen. Gegen sie wird nun auch wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Der IT-Ausfall an der Düsseldorfer Uniklinik beruht nach Angaben der Landesregierung auf einem Hacker-Angriff mit Erpressung. Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) sagte am Donnerstag im Landtag, die Täter hätten nach Kontakt zur Polizei die Erpressung zurückgezogen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen auch wegen fahrlässiger Tötung, da eine Patientin in ein Wuppertaler Krankenhaus gebracht werden musste - und starb.

Aus einem Bericht des Justizministers ging hervor, dass vergangene Woche 30 Server des Klinikums verschlüsselt wurden. Auf einem Server wurde ein Erpresserschreiben hinterlassen, das allerdings an die Düsseldorfer Heinrich Heine-Uni gerichtet war. In dem Schreiben forderten die Erpresser zur Kontaktaufnahme auf - eine konkrete Summe nannten sie laut Bericht nicht.

Die Düsseldorfer Polizei habe dann tatsächlich Kontakt aufgenommen und den Tätern mitgeteilt, dass sie durch ihren Hackerangriff ein Krankenhaus - und nicht die Uni - betroffen sei. Damit seien Patienten erheblich gefährdet. Die Täter hätten daraufhin die Erpressung zurückgezogen und einen digitalen Schlüssel ausgehändigt, mit dem die Daten wieder entschlüsselt werden können.

Die Ermittler haben laut Bericht daher den Verdacht, dass das Uniklinikum nur zufällig betroffen war. Inzwischen seien die Täter nicht mehr erreichbar.

Gegen die Unbekannten wird jetzt auch wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, da eine lebensbedrohlich erkrankte Patientin, die in der Nacht vom 11. auf den 12. September laut Bericht »mittels Rettungsdienst in das Universitätsklinikum Düsseldorf hätte eingeliefert werden sollen, an ein weiter entferntes Krankenhaus in Wuppertal verwiesen werden musste.« Ihre Behandlung habe erst mit einstündiger Verspätung stattfinden können. Sie starb kurze Zeit später, so der Justizminister.

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2. Sicherheitslücke befand sich in einer marktüblichen Zusatzsoftware

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