Vanson Bourne-Studie

Fachkräftemangel gefährdet Cybersicherheit

3. Juni 2022, 7:43 Uhr | Folker Lück | Kommentar(e)
Ransomware
Security-Profis warnen vor wachsenden Risiken
© Alexander Limbach - AdobeStock

Der Mangel an Cybersicherheitsexperten gefährdet in immer mehr Unternehmen die Sicherheit ihrer immer komplexer werdenden IT-Systeme und -Netzwerke.

Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne durchgeführte Umfrage unter Security-Profis im Auftrag des IT-Sicherheitsanbieters Trellix. 85 Prozent der Befragten sagten, dass der Fachkräftemangel die IT-Sicherheit in ihren Unternehmen zunehmend unsicherer macht. Ebenfalls alarmierend: Parallel spielt fast ein Drittel (30 %) der aktuellen Cybersecurity-Belegschaft mit dem Gedanken, das Berufsfeld zu wechseln.

„In unserer Branche fehlen bereits 2,72 Millionen Arbeitskräfte. Der Aufbau und die Pflege einer Cybersecurity-Belegschaft für unsere Zukunft erfordert eine Erweiterung der potentiellen Talente, die sich für diesen Beruf eignen, und eine Änderung unserer Praktiken im öffentlichen und privaten Sektor", erklärt Trellix-CEO Bryan Palma.

Gefahr durch China und Russland

Aufgrund der steigenden Zahl und Komplexität der Angriffe durch staatliche und private Cyberkriminelle ist die weltweite Knappheit an Sicherheitsexperten besonders schmerzlich. Während Länder wie Russland und China enorme Summen in staatliche Ausbildungsprogramme für neue Cyber-Talente investieren, verzichten andere Länder auf derartige Maßnahmen. Bei der Frage nach dem Bildungsniveau und Einstellung der Security-Profis zeigt sich: Mehr als die Hälfte (56 %) von ihnen glaubt, dass eine erfolgreiche Cyber-Sicherheitskarriere auch ohne fachlichen Abschluss möglich ist. Klare Forderung von Trellix: In die Aus- und Weiterbildung muss intensiviert werden.

Unterstützung bei der Weiterentwicklung von Kenntnissen und Fähigkeiten (85 %) sowie bei der Zertifizierung (80 %) gelten als wichtige Faktoren, um mehr Spezialisten für den Cybersecurity-Bereich zu gewinnen. 94 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass ihr Arbeitgeber mehr tun könnte, um etwa über Mentorenprogramme in weiterführenden Schulen präsenter zu sein. Die gezielte Förderung von Cyber-Sicherheitskarrieren (43 %), die Ermutigung von MINT-Studenten, den Beruf in Betracht zu ziehen (41 %) sowie eine bessere finanzielle Unterstützung für Studenten (39 %) werden von den Befragten als die drei wichtigsten Hebel betrachtet, um mehr Cybersicherheits-Talente zu gewinnen. 

An der von Vanson Bourne im Auftrag von Trellix durchgeführten Studie nahmen 1.000 Cybersicherheitsexperten aus Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Japan, Kanada und den USA teil, die für Unternehmen in den verschiedensten Sektoren tätig sind.


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