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Das plant der Security-VAD

Infinigate will jetzt mutiger werden

21. Juli 2021, 15:38 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Infinigate will jetzt mutiger werden
© Infinigate

„Nur Fähnchen in die Landkarte zu stecken", ist nicht die Expansion, die VAD Infinigate vorschwebt, sagt Vorstand Andreas Bechthold

Infinigate ist ein doppelter Krisengewinner: Corona und Cybercrime beflügeln die Geschäfte des VAD. Nun aber soll nachgeholt werden, was nicht leicht umzusetzen und vor allem zu finden ist.

In 15 Jahren von 18 Millionen Euro auf aktuell 650 Millionen, nun 500 Mitarbeiter in elf europäischen Ländern: Infinigate-Gründer David Martinez hat aus einem kleinen VAD einen großen Security- und Netzwerk-Distributor  geschaffen, dem die DACH-Region längst viel zu klein geworden ist. Der Zukauf von Acmeo 2018 war nicht etwa eine Art Abschiedsgeschenk, mit dem sich Unternehmer Martinez in den Aufsichtsrat verabschiedete und die nicht leichte Integration eines sehr pragmatisch operierenden MSP-Distis in professionellere und internationale Distributionsstrukturen  seinem Nachfolger Klaus Schlichtherle überließ. Partner-Enablement für das MSP-Modell, die Spezialität der Hannoveraner, ist strategisch höchst relevant für die gesamte Infinigate-Gruppe und ihre über 50 Hersteller.

Das zeigt die aktuelle Bilanz mit überdurchschnittlichem Wachstum im MSP-/Cloud-Business von 24 Prozent. Dass der aktuelle Gesamtumsatz mit plus 14 Prozent (Vorjahr plus 20 Prozent) und die MSP-/Cloud-Sparte (Vorjahr plus 30 Prozent) ein abflachendes Wachstum gegenüber dem Vorjahr zeigen, muss kein Grund zur Sorge sein. Stärker als der Markt zulegen, das sei die Devise bei Infinigate, sagt CRO Andreas Bechtold im ICT-CHANNEL-Gespräch.  „Alles in allem sind wir mit 2020/21 zufrieden." Corona und Home-Office habe dem VAD einen Schub gegeben, denn Lösungen für einen sicheren Netzzugang waren stark gefragt. „Wir sind Krisengewinner", sagt der seit 20 Jahren für Infinigate tätige Manager.

Verwirrende Vielfalt
Und das hat nicht nur mit der Pandemie zu tun. Die klare Fokussierung auf Security und Netzwerk-Infrastruktur spielt dem VAD in die Hände. Jede IT-Krise durch immer spektakulärere Cyberattacken mahnt jeden Unternehmer, mehr für Security zu tun und dafür auch mehr auszugeben. Was Anwenderunternehmen durchaus hemmt, ist allerdings die Inflation an Security-Lösungen. „Die Crux ist: wie bekomme ich diesen Zoo so unter einen Hut, dass ein sicheres Konzept den IT-Betrieb gewährleistet", bringt Bechtold die verwirrende Vielfalt in diesem Markt auf den Punkt.

Hier spielt ein VAD wie Infinigate seine Produkt- und Beratungskompetenz aus, leistet mit Experten wichtige Vorarbeit für Partner. Mehrwerte, die auch Hersteller erkennen, allen voran die für Infinigate strategisch bedeutenden Vendoren wie Sophos, Checkpoint und Barracuda. Allein sie würden einen im Ausland noch präsenteren VAD freilich sehr begrüßen. Der seit Jahresbeginn neue Investor Bridgepoint sowieso, der H.I.G. ablöste und nun sogar eine globale Expansion ins Spiel bringt. Man sei im geografischen Wachstum „noch nicht so weit, wie wir wollten", sagt Bechtold.

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2. „Übernahmen noch in diesem Jahr"

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