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Trauriges Ende eines Antiviren-Pioniers

John McAfee tot in spanischem Gefängnis gefunden

24. Juni 2021, 10:14 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

John  McAfee tot in spanischem Gefängnis gefunden
© Investopedia/Youtube

„Durchgeknallt“, ist ein Wort, das oft fällt, wenn es um John McAfee geht. In den 80er Jahren war er einer der ersten Computerviren-Jäger, wurde damit reich und machte dann eher als Draufgänger Schlagzeilen. Nun ist er kurz vor der Auslieferung an die USA in Spanien gestorben.

Der Software-Entwickler und Antiviren-Pionier John McAfee ist tot in einem spanischen Gefängnis aufgefunden worden. Die Leiche des 75 Jahre alten Multimillionärs aus den USA sei am Mittwochnachmittag in einer Zelle der Haftanstalt Brians 2 etwa 30 Kilometer nordwestlich von Barcelona entdeckt worden, bestätigten Justizbehörden und ein Gefängnissprecher entsprechende Medienberichte.

In den USA war McAfee zuletzt unter anderem wegen Steuerhinterziehung, Betrugs mit Kryptowährungen und Verschwörung zur Geldwäsche angeklagt. Im Oktober wurde er auf Betreiben der US-Behörden auf dem Flughafen El Prat in Barcelona festgenommen. Er saß seitdem in der Nähe der katalanischen Hauptstadt hinter Gittern. Erst am Mittwoch hatte die spanische Justiz grünes Licht für eine Auslieferung McAfees in die USA gegeben.

Die Todesursache sei noch nicht zweifelsfrei ermittelt worden, hieß es. Den Medienberichten zufolge gehen die Behörden von Suizid aus. Eine Autopsie solle Gewissheit bringen. Dem Antiviren-Guru drohten in den USA bei einer Verurteilung jahrelanges Gefängnis und hohe Geldstrafen.

McAfee gehörte zu den Mitgründern der Antiviren-Branche. In den 1980er Jahren gründete er die nach ihm benannte Firma McAfee und wurde zum Software-Millionär. Ähnlich wie Microsoft-Begründer Bill Gates erkannte er früh das Geschäftspotenzial der entstehenden Software-Industrie. Vor der großen Karriere verlief McAfees Leben äußerst schwierig: Er wuchs in einem zerrütteten Haushalt auf, mit einem gewalttätigen Vater, der sich das Leben nahm, als er 15 Jahre alt war, wie McAfee einem Reporter des Magazins „Wired“ erzählte. Zeitweise konsumierte er große Mengen Kokain und Alkohol.

Schon als Unternehmer neigte McAfee zum großen Auftritt. Kurz nach der Gründung des Unternehmens stopfte er ein Wohnmobil mit Computern voll und fuhr damit bei Kunden vor. Diese „mobile Virenbekämpfungseinheit“ sollte sie beeindrucken, war aber eher Show, wie McAfee später einräumte. Jahre später verschlug es McAfee ins zentralamerikanische Belize, wo er ein großes bewachtes Anwesen baute, mit jungen Geliebten prahlte und schließlich bei einer Razzia aufflog, weil er verbotene Waffen besaß.

Nachdem McAfees Unternehmen in den 1990er Jahren an die Börse ging, stieg er aus dem Unternehmen aus. Sein Vermögen wurde danach zeitweise auf mehr als 100 Millionen Dollar geschätzt. Sein ausschweifender Lebensstil und Fehlinvestitionen in der Finanzkrise 2008 sorgten aber dafür, dass von seinem Geldberg nur noch ein Bruchteil übrig blieb.

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