Check Point Research

Letztes Jahr 62 Prozent mehr Cyberangriffe

20. Januar 2022, 10:30 Uhr | Wilhelm Greiner | Kommentar(e)
Wöchentliche Angriffe im Durchschnitt je Region im Jahresvergleich 2021 gegenüber 2020.
Wöchentliche Angriffe im Durchschnitt je Region im Jahresvergleich 2021 gegenüber 2020.
© Check Point

Die Zahl von Angriffen auf Unternehmensnetzwerke ist 2021 stark gestiegen – in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 62 Prozent, in Österreich um 117 und in der Schweiz um 65 Prozent. Dies haben die Sicherheitsforscher von Check Point Research ermittelt.

Nach Branchen verzeichneten 2021 in Deutschland die Softwareanbieter laut Check-Point-Angaben den größten Anstieg – und zwar von stolzen 331 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Danach kommen die Kritis-Unternehmen mit 274 Prozent sowie Distributoren und Reseller mit 269 Prozent. Auf Platz vier folgen ISPs und MSPs mit 155 Prozent, auf Platz fünf Behörden und Militär mit 116 Prozent. Europa insgesamt erlebte einen Anstieg der Angriffe um 68 Prozent – in Prozent gemessen somit den größten im Vergleich zu den anderen Regionen (siehe Bild oben).

Einen späten Höhepunkt der Angriffsaktivitäten sahen die Sicherheitsforscher im Dezember aufgrund der Log4j-Schwachstelle (LANline berichtete). Omer Dembinsky, Data Research Manager bei Check Point, erklärt dazu: „Die Zahl der Cyberangriffe erreichte gegen Ende des Jahres ihren Höhepunkt, was vor allem auf die Versuche zurückzuführen ist, die Sicherheitslücke [in] Log4j auszunutzen.“ Neue Penetrationstechniken und Umgehungsmethoden hätten es der Angreiferseite erleichtert, ihre Ziele zu verwirklichen.

Besonders beunruhigend sei, dass einige wichtige Branchen auf der Liste der am häufigsten angegriffenen Bereiche weit oben stehen. Das Bildungswesen (und dazu zählt auch die universitäre Forschung), Behörden und das Gesundheitswesen befinden sich laut Check Point unter den Top fünf weltweit.

„Ich gehe davon aus, dass all diese Zahlen 2022 steigen werden“, so Dembinsky, „da Hacker neue Methoden zur Durchführung von Attacken, insbesondere Ransomware-Angriffen, suchen werden. Wir befinden uns somit in einer Cyberpandemie, wenn Sie so wollen.“ Er empfehle deshalb insbesondere im Bildungs-, Regierungs- und Gesundheitssektor, sich mit den Grundlagen des IT-Schutzes vertraut zu machen. „Verschiedene Maßnahmen wie das Aufspielen von Patches, die Segmentierung von Netzwerken und die Schulung von Mitarbeitern können die Netzwerke bereits wesentlich sicherer machen“, so der Check-Point-Mann.

Zuerst erschienen auf lanline.de.

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