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Ende der Schönwetterphase

Mehr Firmenpleiten erwartet

10. Dezember 2019, 14:40 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)


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Über 300.000 Unternehmen auf der Kippe

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen verharrt auf dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren. Doch womöglich trügt die Ruhe. Einer Auswertung des Informationsdienstleisters Crifbürgel zufolge gehen über 310.000 Unternehmen in Deutschland mit finanziellen Problemen ins Jahr 2020. Viele Unternehmen hätten in den vergangenen Jahren »einen Puffer gegen Krisen aufgebaut«, erklärte Crifbürgel-Geschäftsführerin Ingrid Riehl. »Diese Widerstandsfähigkeit beginnt jedoch zu bröckeln.«

Handelskonflikte und das Brexit-Drama belasten Exporteure, die Umbrüche in der Automobilindustrie fordern auch deren Zulieferer. »Hinzu kommt die steigende Anzahl an Großinsolvenzen im Jahr 2019. In vielen Fällen sorgen so Dominoeffekte dafür, dass zahlungsunfähige Firmen weitere Unternehmen mit in die Insolvenz ziehen«, analysierte Riehl.

Die Kreditversicherung Euler Hermes hatte anhand von Zahlen für die ersten neun Monate 2019 bereits darauf hingewiesen, dass im laufenden Jahr verstärkt namhafte und große Unternehmen von Insolvenzen betroffen waren: unter anderen die Modefirma Gerry Weber, die Fluggesellschaft Germania und das Windanlagenunternehmen Senvion. Für viel Aufsehen sorgte in den vergangenen Wochen die Pleite des Reisekonzerns Thomas Cook. Amtliche Insolvenzzahlen für das Gesamtjahr 2019 veröffentlicht das Statistische Bundesamt im März.

Die weitaus meisten Unternehmen sterben im Verborgenen: In vier von fünf Fällen (81,7 Prozent) haben Firmen, die in die Pleite rutschen, nach Angaben von Creditreform höchstens fünf Beschäftigte. Besonders groß ist das Pleiterisiko demnach etwa bei Umzugstransporten, Bars sowie Wach- und Sicherheitsdiensten.

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1. Mehr Firmenpleiten erwartet
2. Über 300.000 Unternehmen auf der Kippe
3. Harte Konsequenzen für Mitarbeiter und Gläubiger

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