Cyber- und Vertrauensschadenversicherung

R+V blickt auf „Schwachstelle Mensch“

14. November 2022, 11:55 Uhr | Martin Fryba
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Die R+V-Versicherung spricht von einem einzigartigen Kombi-Produkt, das Schäden durch Wirtschaftskriminalität, Betrug und Cyber-Attacken versichere. Die Versicherungsbranche blickt insgesamt noch auf ein Verlustgeschäft mit Cyberversicherungen.

Einfallstore für Betrug, digitale sowie „persönliche“, stehen nahezu jeden Tag offen. Phishing-Mails, mit Viren verseuchte USB-Sticks oder betrügerische Anrufe, sind Klassiker. Unternehmensmitarbeiter geben unfreiwillig Zugänge zum Online-Banking preis, Betriebsgeheimnisse werden ausspioniert, Bestellungen im Namen der Geschädigten werden getätigt und die Waren-Lieferungen umgeleitet. Am häufigsten erpressen Cyberkriminelle Daten, die sie zuvor verschlüsselt hatten. Meist steht dann die IT der Opfer still, mit jedem Ausfalltag summieren sich die Schäden.

Ein Unternehmen kann noch so viele technologische Vorkehrungen treffen und in IT-Security investieren. Aber die Systeme sind nur so gut, wie die schwächste Hürde im Gesamtkonzept. Und hier kommt die oft vernachlässigte menschliche Komponente ins Spiel. „Kriminelle versuchen immer öfter, über die Schwachstelle Mensch an sensible Unternehmensdaten zu gelangen“, sagt Stefan Schmutterer, Cyberexperte bei der R+V Versicherung.

Schulungen, Schulungen und nochmals Schulungen, sei hier erwähnt. Freilich: Auch noch so versierte und vorsichtige Mitarbeiter können keinen 100-prozentigen Schutz vor Cyberangriffen garantieren. Daher ist eine Cyberversicherung sinnvoll. R+V weitet nun den Versicherungsumfang aus. Die neuen „WirtschaftsschutzPolice“ sei ein „einzigartiges Kombi-Produkt aus Cyber- und Vertrauensschadenversicherung“ und decke Schäden ab, die aufgrund von Wirtschaftskriminalität, Betrug und Cyber-Attacken entstanden sind.

Eingeschlossen würden zusätzlich Vermögensschäden, etwa durch Betrug oder Diebstahl über das Internet oder durch Mitarbeitende im Unternehmen. Mit „WirtschaftsschutzPolice“  böte R+V als erster Versicherer in Deutschland jetzt einen umfassenden Schutz vor Cyber-Risiken und Vertrauensschäden. Die Vertrauensschadenversicherung decke entstandene Schäden und Kosten durch kriminelle Handlungen Dritter wie Bestellbetrug, missbräuchliche Kontoverfügungen im Online-Banking oder Rechnungsbetrug. Die Versicherung komme auch für Diebstahl, Untreue und Unterschlagung oder eine wissentliche Pflichtverletzung durch Mitarbeitende auf.

Bei Cyber-Angriffen ist schnelle Hilfe gefragt
Bei Attacken auf die Infrastruktur kümmere sich die R+V darum, die Daten und Programme wiederherzustellen und übernimmt die Kosten im Falle einer Betriebsunterbrechung. Das gelte auch für den Fall, dass die Angriffe über private Smartphones oder Tablets erfolgen, die dienstlich genutzt werden. „Nach einer Cyber-Attacke läuft für die Unternehmen die Zeit: Wird ein Angriff früh entdeckt, kann der größte Schaden oft noch verhindert werden“, erklärt Schmutterer. Existenzbedrohender Stillstand soll so vermieden werden.

Mehr Ausgaben als Prämien-Einnahmen in 2021
2021 war für Cyberversicherungen in Deutschland kein gutes Jahr. Zwar verbuchten die Versicherer Prämien von rund 178 Millionen Euro, fast die Hälfte mehr als noch 2020. Doch laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sei auch die Schaden-Kostenquote gestiegen – und zwar auf 124 Prozent nach 65 Prozent ein Jahr zuvor (ICT CHANNEL berichtete).


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