Leipziger Datenretter unter neuer Marke

Strategische Neuaufstellung unter Data Reverse

9. Juni 2022, 9:51 Uhr | Martin Fryba | Kommentar(e)
Data Reverse
Data Reverse-CEO Jan Bindig (Mitte) mit Partner-Accountmanager Jan Kapitza und Aline Wacke
© Data Reverse

Datarecovery ist Geschichte, Geschäftsführer Jan Bindig will sich mit der neuen Marke Data Reverse breiter aufstellen. Seine Vision: Er und seine 300 Systemhauspartner sollen Trusted Advisor für IT-Security werden.

Der Claim „Datenretter vor Ort“ bleibt, auch die Festplatte im neuen Roll-up steht weiterhin im Zentrum. Darüber aber der neue Markenname der Bindig Media GmbH: Data Reverse und nicht mehr Datarecovery. Reverse statt recovery, wo ist da der Unterschied?

Fragt man Jan Bindig, ob die erste Assoziation des Betrachters den Kern der Transformation trifft, die er als solche für den Grund der Markenerneuerung nennt, mischt sich die etymologische Betrachtung mit der philosophischen. „Recovery“ – Bergung, Genesung, Wiederherstellung – ist sehr nahe an einem Unfall dran, während man bei der unschärferen Bedeutung von „reverse“ an einen geplanten und viel breiteren Prozess der Zurückführung in eine Art unschuldigen Urzustand denken kann.  „Ja, so kann man sich das vorstellen“, sagt Bindig und ergänzt, dass man in der IT-Branche das Thema Disaster-Recovery ja gerne mit dem Bild eines Labors darstellt, wo ein „Chirurg“ im weißen Kittel und Mundschutz sich über den offenen Korpus einer Festplatte beugt. Falsch bebildert ist eine solche Datenrettung freilich nicht, wenn man es mit verschlammten Festplatten zu tun hat, wie sie Experten bei Bindigs Firma nach der Jahrhundertflut zugeschickt bekommen hatten, um zu retten, was an den HDDs und SSDs in Servern und Computern noch zu retten war.

Aber Bindig sagt auch: „Dieses Bild der nach einem Notfall einsetzenden Datenrettung im Reinraum ist nur ein Teil unserer Arbeit“. Die rund 20 Mitarbeiter in Bindigs Firma werden zunehmend auch bei nicht physischen Schäden zu Rate gezogen, wie etwa Ransomware oder Angriffe auf Cloud-Backup. Auch das sind Feuerwehreinsätze. Bindig will den Ablauf dieser Prozesse noch effizienter machen und weiter in ein hohes Qualitätsniveau investieren. GPS-Tracking beim Transport der Datenträger zu Beispiel. 95 Prozent Datengarantie und Festpreisbindung, zertifiziertes Qualitätsmanagement nach ISO 9001:2015 oder neuerdings TüV-Zertifikat für Kundenzufriedenheit. Über allem soll zudem der ökologische Aspekt berücksichtigt werden. Bis 2030 will Bindig Data Reverse CO2-neutral aufgestellt sehen. „Die Mitgestaltung nachhaltiger Konzepte in der IT-Branche liegt mir am Herzen“, sagt der 44-jährige Geschäftsführer.

„Trusted Advisor auf dem Gebiet der IT-Sicherheit“
Der Teil außerhalb klassischer Datenrettung wäre die Weiterentwicklung von Data Reverse zu einem „Trusted Advisor auf dem Gebiet der IT-Sicherheit“, skizziert Bindig die „nahe Zukunft und Transformation“ seiner eigenen Firma. Die führt direkt hin zur Prävention, also mitten hinein in das Tätigkeitfeld der IT-Security-Hersteller und –Systemhäuser, die für Datensicherheit und Datenschutz sorgen. Bindig will das Angebotsspektrum von Data Reverse entsprechend erweitern, um Services wie Penetrationstests, Audits oder cloudbasierte Datensicherungskonzepte. Alles selber anbieten wollen und müssen die Leipziger nicht. Sie arbeiten mit rund 300 Partnern im Netzwerk zusammen. Außerdem ist Bindig rege unterwegs in Systemhauskooperationen. Bei Kiwiko sitzt er sogar im Vorstand.

„Durch die engmaschige Vernetzung in verschiedenen IT-Kooperationsverbänden sowie einem eigenen Partnernetzwerk ist es auch bei komplexen Herausforderungen fast immer möglich, zuverlässige und sichere IT-Lösungen für B2B-Kunden bereitzustellen“, sagt Jan Kapitzka, Partnermanager bei Bindig Media. Für die Partner ändert sich mit der Markenumbenennung zunächst nichts, außer, dass es in diesem Jahr noch ein Selfservice-Partnerportal geben soll.

Einmaliges, breites Angebot im Partner-Netzwerk
Gelingt es Bindig, Data Reverse zu einer Marke für umfassenden IT-Security- und Datenschutz aufzuladen und bekannt zu machen und die sehr breiten Leistungen in diesem komplexen Themenfeld mit den Spezialisierungen vieler Partner in seinen Netzwerken unter dem Markendach eines Trusted Advisor für IT-Sicherheit zu bündeln, hätte er eine Sonderstellung im Markt der mittelständischen Security-Dienstleister. Denn vom Reinraum für Datenträger-Rettung, über Schulungen bis hin zu Backup-Konzepten für sicheres Cloud Computing wäre alles bei einem Anbieter gebündelt. Das ist in dieser Breite am Markt nur mit einem Partnernetzwerk zu realisieren. Netzwerker Jan Bindig hat mit seinem Team von Data Reverse dafür die besten Voraussetzungen.

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