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Bitcoins unter Verschluss

Suche nach dem 200-Millionen-Euro-Passwort

22. Januar 2021, 14:49 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Suche nach dem 200-Millionen-Euro-Passwort
© trahko - AdobeStock

Weil er das Passwort zu seinem Wallet vergessen hat, kommt ein deutscher Informatiker und Kryptowährungsexperte nicht mehr an seine Bitcoins im Wert von rund 200 Millionen Euro heran.

Der deutsche Programmierer Stefan Thomas hat es nach allem gesellschaftlichen Dafürhalten »geschafft«. Seit mehreren Jahren lebt er in San Francisco und ist ein gefragter Mann im Silicon Valley. Darüber hinaus ist er Multimillionär – zumindest theoretisch. Denn Thomas hat einen Schatz von genau 7002 Bitcoins angesammelt, die nach aktuellem Kurs fast 200 Millionen Euro wert sind. Allerdings hat er damit auch ein kleines, aber nicht ganz unbedeutendes Problem, wie er der New York Times berichtet: Die notwendigen Schlüssel zu seinem Reichtum liegen seit über 10 Jahren gut gesichert auf einem sogenannten IronKey, einem verschlüsselten Hardware-Wallet. Vielleicht sogar etwas zu sicher, denn Thomas hat das Passwort dafür vergessen.

Besonders bitter: Die digitalen Dukaten waren damals der Lohn für ein Erklärvideo mit dem Titel »What is Bitcoin?«, in dem er die Funktionsweise der Kryptowährung inklusive ihrer Speicherung und Transfers beschreibt. Fast 10 Millionen Interessierte haben sich den Clip bis heute angeschaut, einige davon dürften danach selbst gutes Geld mit Bitcoins verdient haben. Und auch im weiteren Verlauf seiner Karriere spielten Kryptowährungen immer wieder eine Rolle. So war er etwa einige Zeit Technologiechef (CTO) der Kryptowährung Ripple und hatte einst auch schon das Angebot ausgeschlagen, die Domain bitcoin.io für 3.000 Dollar zu verkaufen. Von einem Anfängerfehler kann man somit wahrlich nicht sprechen. Allerdings waren die Bitcoins damals noch weniger als 5.000 Euro wert und so schien es ihm als Notfallplan ausreichend sicher, zwei Backups des Wallets anzulegen und das Passwort noch auf einem Zettel zu notieren. Wie er gegenüber der Zeitung erklärt, hatte er das Papier und die Backups allerdings schon kurz darauf wieder verloren.

Nach eigenen Angaben hat der Unglücksrabe seither acht Mal versucht, den digitalen Tresor mit plausiblen Passwörtern aus seinem Fundus zu öffnen – vergeblich. Damit bleiben ihm nun nur noch zwei Versuche, bis der Schatz für immer verloren ist. Entweder kommt ihm also nächstens die rettende Eingebung, oder er muss hoffen, eine Möglichkeit zu finden, die Verschlüsselung zu knacken.

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