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CRN-Interview zum Fachkräftemangel in der Security-Branche

»Systemhäuser können nur über weiche Faktoren punkten«

04. Oktober 2017, 15:40 Uhr   |  Daniel Dubsky | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 3 .

»Auch der Staat sucht massive Security-Fachkräfte«

»Viele Firmen suchen händeringend Mitarbeiter, aber wenn der Bewerber da ist, hören sie auf, sich um ihn zu bemühen, und wollen das Gefühl haben, dass er unbedingt in die Firma will.« - Helmuth Merkel, Geschäftsführer der 3C Career Consulting Company
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»Viele Firmen suchen händeringend Mitarbeiter, aber wenn der Bewerber da ist, hören sie auf, sich um ihn zu bemühen, und wollen das Gefühl haben, dass er unbedingt in die Firma will.« - Helmuth Merkel, Geschäftsführer der 3C Career Consulting Company

CRN: Woran scheitern dann viele Systemhäuser bei der Mitarbeitersuche?

Merkel: Viele suchen händeringend Mitarbeiter, kämpfen um die Kandidaten. Aber wenn der Bewerber dann da ist, hat man oft die Haltung: Warum wollen Sie denn zu uns? Man sucht intensiv, aber dann möchte man vom Bewerber das Gefühl vermittelt bekommen, dass er unbedingt zu der Firma möchte. Man hört plötzlich auf, sich um ihn zu bemühen. Das muss sich ändern – das muss in die Köpfe der Einsteller.

CRN: Wie trägt man als Systemhaus am besten nach außen, dass man ein attraktiver Arbeitgeber ist?

Merkel: Das Employer Branding ist fast schon eine dedizierte Aufgabe, um sich gut zu positionieren. Immer mehr Kandidaten evaluieren zum Beispiel Empfehlungsplattformen wie Kununu. Aber auch auf der Website sehen Bewerber, wie sich eine Firma und ihre Mitarbeiter geben oder welche sozialen Engagements sie verfolgen. So kann man sich in gewisser Weise attraktiv machen und ein bisschen anders darstellen als Großunternehmen, die nicht dieselbe Individualität bieten. Ich glaube, nur über solche weichen Faktoren können mittelständische Unternehmen geeignete Kandidaten gewinnen. Es sind nicht die Produkte, die sie anbieten, sondern es ist das Umfeld, das geboten wird.

CRN: Auf der it-sa waren im vergangenen Jahr bei vielen Ausstellern die Stellenangebote direkt am Counter ausgehängt. Eignen sich solche Messen zur Fachkräftesuche?

Merkel: Man trifft an einem Ort sehr viele Kandidaten – das ist gut. Und Firmen können dort auf sich aufmerksam machen, sich repräsentieren. Aber es ist eher eine Anbahnung. Man sollte das Gespräch in einer ruhigen Minute fortsetzen und sich ein bisschen mehr Zeit nehmen.

CRN: Und wie geht es weiter – ist ein Ende des Fachkräftemangels in der Security-Branche abzusehen?

Hartmann: Die nächste Herausforderung kommt aus dem staatlichen Bereich. Dort wird im Cybersecurity-Sektor gerade massiv aufgerüstet. Da spüren wir jetzt schon einen Nachfragesog. Das kann negativ sein, weil jetzt von dem bestehenden Kuchen, der eh viel zu klein ist, noch ein anderer Player sein Stück haben will. Das kann aber auch positiv sein, weil die Wahrnehmung von IT und IT-Security sich bei vielen verändert. Vielleicht ist es für sie ein Grund, in die Branche zu wechseln, sich in das Thema einzuarbeiten. Weil die Perspektive nicht ist, bei einem amerikanischen Unternehmen, sondern bei einer deutschen Behörde zu arbeiten. Und vielleicht sieht der Staat ja auch einen Anlass, Geld in die staatliche Ausbildung von IT- und Sicherheitsspezialisten zu stecken.

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1. »Systemhäuser können nur über weiche Faktoren punkten«
2. »Hersteller und Channel suchen die gleichen Leute«
3. »Es geht meist nicht um die Lösung, sondern die Menschen«
4. »Auch der Staat sucht massive Security-Fachkräfte«

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