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Tech-Riesen erhöhen ihre Security-Budgets

03. September 2021, 14:37 Uhr   |  Selina Doulah | Kommentar(e)

Tech-Riesen erhöhen ihre Security-Budgets
© ULoose/AdobeStock

Ein Treffen im Weißen Haus wird mit Versprechen der größten amerikanischen Tech-Konzerne abgeschlossen, wesentlich höhere Investitionen in Cybersicherheitsmaßnahmen zu tätigen: Das ist ein richtiges Signal für mehr Security-Awareness auch in der breiten Bevölkerung. Der Cloud-Act weckt aber Zweifel.

Vor kurzem gab es ein Treffen der wichtigsten US-Tech-Konzernen, wie Microsoft, Apple, Google und Amazon, mit Representanten des US-amerikanischen Präsidenten Joe Biden im Weißen Haus. Hier versprachen die Unternehmensvertreter, künftig ihre Investitionen im Bereich Cybersecurity mit mehreren Milliarden US-Dollar aufzustocken. Apple etwa will die gesamte Technologie-Lieferkette absichern. Im Fokus soll hier der kontinuierliche Austausch des Unternehmens mit seinen Zulieferern stehen, beispielsweise im Bereich Security Awareness, aber auch Sicherheitslücken sollen schneller und effektiver behoben werden. Microsoft plant Ausgaben von 20 Milliarden Dollar innerhalb den nächsten fünf Jahren für die schnellere Implementierung von Security-Lösungen. Google will im gleichen Zeitraum etwa zehn Milliarden Dollar in die Förderung von IT-Security-Programme investieren. Amazon hat vor, seine Sicherheitsschulungen der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Wie regelmäßig Studien belegen, steigt die Cyber-bedrohung immer stärker und ganz besonders die Lösegeldforderungen nach Ransomware-Angriffen. Daher ist es sehr positiv zu bewerten, dass Tech-Riesen hier vorangehen und große Summen in diesen Bereich investieren. Es ist ein deutliches und notwendiges Signal, das in die Welt gesendet wird.

Doch leider ist das noch etwas zu wenig: Firmen und private IT-Nutzer, insbesondere in Europa, haben davon keine greifbaren Vorteile. Amerikanische Tech-Anbieter unterliegen weiterhin dem „Cloud Act“, bei dem die Datenhoheit nicht bei Nutzenden oder Betreibern selbst liegt: Informationen können von US-Behörden eingesehen werden. Eine DSGVO-Compliance ist also de facto ausgeschlossen. Entscheidend wäre es, Lösungen für den sicheren und mit jeglichen Datenschutzrichtlinien konformen Datenaustausch zu finden. Dann gäbe es ein durchaus höheres Vertrauen in moderne Anwendungen, insbesondere in Cloud Computing, was die Digitalisierung sicher beschleunigen könnte. Neben krimineller Cyberberohung schädigt auch rechtliche Unsicherheit die Bereitschaft zur Digitalen Transformation.

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