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Trump erklärt Passwortsicherheit

21. Oktober 2020, 08:49 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Trump erklärt Passwortsicherheit
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Mit einigen äußerst kruden Äußerungen zur Sicherheit von Passwörtern sorgt US-Präsident Trump für Heiterkeit bei Security-Experten.

US-Präsident Donald Trump schafft es immer wieder, Fachleute und Wissenschaftler aus verschiedensten Bereichen mit seinen Erklärungen ins Staunen zu versetzen – wenn auch weniger wie von ihm erwartet ob seiner Brillianz, sondern eher fassungslos. Sei es, wenn der selbst erklärte Universalgelehrte Medizinern vorschlägt, den Patienten doch einfach Desinfektionsmittel zur Bekämpfung von Corona zu spritzen, wenn er Klimaforschern entgegnet, es würde bald ganz von selbst wieder kälter werden, oder wenn er Forstwirten und Feuerwehrmännern von der Waldnation Österreich vorschwärmt, in der zwar explosivere Bäume wachsen würden als in den USA, die ihre Wälder aber besser aufräumen und damit Feuer verhindern würden.

Damit war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis auch endlich die IT-Branche ihren eigenen Lacher abbekommt. Und genau den hat Trump jetzt endlich geliefert. Bei einem Wahlkampfauftritt in Arizona brauchte er weniger als eine Minute, um alles was wir über Passwortsicherheit wissen, ad absurdum zu führen. Auf den Fall des Journalisten Steve Scully angesprochen, der eine peinliche Mail mit der Lüge erklärt hatte, sein Twitter-Konto sei gehackt worden, erklärte Trump den Zuschauern dort zuerst einmal, »Niemand wird gehackt«. Um diese für sich schon reichlich wirre Aussage weiter zu erklären, holte er dann allerdings zu einer noch viel sinnloseren Erklärung aus: »Um gehackt zu werden, brauchen Sie jemanden mit einem IQ von 197 und der braucht etwa 15 Prozent Ihres Passworts«.

Dabei sollte Trump zumindest selbst wissen, dass es durchaus erfolgreiche Hacker gibt. Seien es nun jene, die in das E-Mail-Konto seiner einstigen Konkurrentin Hillary Clinton eindringen konnten und damit seinen Wahlsieg unterstützten, oder auch andere, die in der Vergangenheit mehrfach Kundendaten seiner Hotelkette abgegriffen haben. Ähnlich sinnfrei ist auch der Versuch, einen Zusammenhang zwischen dem IQ des Hacker und seiner Erfolgsaussicht zu konstruieren. Schließlich hängen die Erfolgsaussichten vielmehr von der Komplexität des Passworts sowie davon ab, ob es mehrfach verwendet wird. Insofern hilft auch die Kenntnis von 15 Prozent eines Passworts den Angreifern nur sehr bedingt weiter.

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