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Vom Software-Verkäufer zum Security-Dienstleister

30. September 2015, 14:59 Uhr   |  Daniel Dubsky | Kommentar(e)

Vom Software-Verkäufer zum Security-Dienstleister
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Vom 6. bis 8. Oktober trifft sich die Security-Branche in Nürnberg zur it-sa. CRN beleuchtet im Vorfeld der Messe aktuelle Entwicklungen im Sicherheitsbereich und zeigt auf, welche Lösungen stark nachgefragt werden und auch zukünftig Wachstum versprechen. Klar ist: An Services führt kaum noch ein Weg vorbei, den Komplettwandel zum Managed Service Provider brauchen Fachhändler aber nicht zu erzwingen.

Cyberattacken sind mittlerweile an der Tagesordnung, sodass sich für Unternehmen gar nicht mehr die Frage stellt, ob sie angegriffen werden, sondern nur noch wann und wie – und wie sie sich davor schützen können. Raimund Genes, CTO von Trend Micro, brachte es im vergangenen Jahr auf den Punkt: »Gehen Sie davon aus, dass Sie gehackt werden, und stellen Sie Ihr Risikomanagement darauf ein.« Allerdings lauern die Gefahren nicht nur außerhalb des Netzwerks in Form von Hackern, denn auch durch Fahrlässigkeit oder Sabotage der Mitarbeiter sind IT-Systeme und Daten bedroht. Wie sehr sich die Sicherheitslage verschärft hat, verdeutlicht unter anderem eine aktuelle Untersuchung von Kaspersky, in der 90 Prozent von 5.500 weltweit befragten Unternehmen angaben, bei ihnen habe es zuletzt Security-Vorfälle gegeben. 46 Prozent büßten dabei Daten ein. Die direkten und indirekten Kosten beziffern die Sicherheitsexperten mit durchschnittlich 620.000 Dollar für Großunternehmen und 46.000 Dollar für kleine Firmen und Mittelständler.

Wenig verwunderlich also, dass Unternehmen für IT-Sicherheit sensibilisiert sind. »Dies drückt sich in deutlich höheren Budgets für IT-Security-Projekte aus«, hat etwa Charles Kionga beobachtet, Geschäftsbereichsleiter IT-Security beim Bechtle IT-Systemhaus Neckarsulm. Helmut Nohr, Channel Sales Director bei Sophos, berichtet sogar davon, dass in einzelnen Branchen die Budgets um teilweise 100 Prozent und mehr aufgestockt wurden. Der größte Teil entfällt weiterhin auf den klassischen Schutz von Endgeräten und Netzwerken, also Antivirus- und Firewall-Produkte. Allerdings werden zunehmend Mobile Devices mit einbezogen und wegen der ausgefeilten Bedrohungen zusätzlich komplexere Lösungen aus den Bereichen IAM (Identity und Access Management) sowie NAC (Network Access Control) für die Regelung von Zugriffen auf Systeme und Daten eingesetzt. Zudem gewinnt das Thema Data Protection immens an Bedeutung. »File- und Festplattenverschlüsselung beschäftigt unsere Consultants wie auch unsere Partner aktuell mehr und mehr«, sagt Nohr. Als Ursache dafür hat er unter anderem das neue IT-Sicherheitsgesetz ausgemacht, das bei vielen Unternehmen höhere Anforderungen an den Schutz von Kundendaten stellt und für Betreiber kritischer Infrastrukturen eine Meldepflicht bei Sicherheitsvorfällen vorsieht.

Viel Potenzial bietet darüber hinaus die physikalische Absicherung von Büro- und Server-Räumen, auch wenn das für viele Fachhändler und Systemhäuser nicht unbedingt das typische Security-Business ist. Doch die Informationstechnik verschmilzt mit der Zugangstechnik: Türcontroller und Überwachungskameras werden ins Netzwerk integriert, die Verantwortung für die Verwaltung der Mitarbeiter und ihrer Rechte wandert vom Gebäudemanagement zur IT-Abteilung. So entsteht Geschäft für den IT-Channel. »Circa 80 Prozent der Serverräume in Deutschland sind nach wie vor ohne ausreichenden physikalischen Schutz«, hat Sysob-Vertriebsleiter Johannes Haseneder festgestellt. Seiner Erfahrung nach wird IT-Sicherheit in vielen Unternehmen »noch immer als lästiges Übel betrachtet«.

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1. Vom Software-Verkäufer zum Security-Dienstleister
2. Treff der Security-Branche
3. Service ist Trumpf
4. Herausforderungen für den Channel
5. Geschäftsmodelle im Wandel

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