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Neulinge erobern das Feld

Wie Cyberkriminelle Tempo machen

15. August 2011, 11:54 Uhr   |  Elke von Rekowski | Kommentar(e)

Wie Cyberkriminelle Tempo machen

Mit immer neuen Schädlingen starten Cybergangster Angriffe auf ahnungslose Anwender (Foto: Kobes - Fotolia.com).

Eine beachtliche Geschwindigkeit beim Programmieren neuer Malware legen offenbar Internetgangster an den Tag. Das zeigt die aktuelle Malware-Top Ten in Deutschland, die Bitdefender jetzt veröffentlicht hat. Sie hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verändert.

Zwar halten sich hartnäckig einige alte Bekannte wie Conficker oder Autorun.INF im Juli-Ranking der angriffslustigsten Schädlinge. Die Mehrheit der Plätze belegen jedoch digitale Angreifer, die Ende 2010 noch nicht gelistet waren. Der erst im Januar eingestiegene E-Threat Trojan.Crack.I belegt mittlerweile Platz eins der Bitdefender-Top 10. Der Schädling generiert gefälschte Registrationsschlüssel, wodurch er die Nutzung von Security Software auf Shareware-Basis verhindert. Zudem spioniert der Trojaner Informationen von anderen installierten Applikationen auf dem verseuchten aus, wie z.B. Bezeichnung, Version, Registrierungsnummern etc. Dazu richtet er einen Backdoor-Zugang ein, der Hackern den Fernzugriff auf den kompromittierten Rechner ermöglicht.

Seit seinem Neueinstieg im Februar klettert Exploit.CVE-2010-1885.C kontinuierlich nach oben. Im Juli belegt der vergleichsweise neue Schädling Platz zwei der unrühmlichen Bestenliste. Der E-Threat nutzt eine Schwachstelle im HCP-Protokoll aus, das eigentlich für die Übertragung von Hilfe-Dateien im Web verwendet wird. Mittels der Sicherheitslücke lädt der Exploit weitere Schadcodes auf das System.

Auf Platz drei der ersten Zehn der gefährlichsten E-Threats ist hingegen ein alter Bekannter zu finden. Dort hält sich seit nunmehr fast zwei Jahren Win32.Worm.Downadup.Gen (alias Conficker). Dieser Wurm hindert den Besitzer eines verseuchten Rechners daran, auf Windows Update-Webseiten oder die Homepages von Virenschutzherstellern zuzugreifen, um die lokale Security-Software zu aktualisieren. Mittlerweile versucht er sogar, selbstständig gefälschte Antiviren-Software herunterzuladen.

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1. Wie Cyberkriminelle Tempo machen
2. Das fiese Zusammenspiel der Schädlinge

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