Schwerpunkte

Polnische Muttergesellschaft im Streit mit Finanzbehörden

Action Europe schafft Turnaround

18. August 2016, 12:19 Uhr   |  Samba Schulte | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Eigentlich herrscht also Grund zur Freude für den Braunschweiger Grossisten. Doch Negativschlagzeilen aus Polen erschweren der deutschen Gesellschaft derzeit das Business: Der polnische Mutterkonzern Action S.A. hat Ärger mit den Finanzbehörden seines Landes. Hintergrund sind bereits weiter zurückliegende Vorfälle im Zusammenhang mit Umsatzsteuerhinterziehung, in die offenbar ein Lieferant des Distributors verwickelt war, der inzwischen Insolvenz angemeldet hat.

Die Finanzbehörden haben sich nun an den polnischen Distributor gewandt, um die ent-standenen Schäden wieder auszugleichen. Dabei habe man sich nichts zu Schulden kommen lassen, beteuert Piotr Bielinski, Präsident des Action-Management-Boards, und erklärt weiter in einem Statement: »Es ist für uns nicht akzeptabel, dass wir für Verfehlungen anderer bestraft werden.« Die an der Warschauer Börse notierte Firma sieht wegen der Forderungen der Finanz-
behörden ihre Glaubwürdigkeit für Geldgeber in Gefahr und unterstellte sich mit Wirkung zum ersten August dem Insolvenzschutzschirm-Programm, um die Liquidität der Firma in dieser schwierigen Situation weiter zu gewährleisten.
Innerhalb dieser erst kürzlich von der EU eingeführten und noch recht wenig bekannten Regelung, kann die Firma nun in Eigenregie eine Restrukturierung durchführen, um eine Insolvenz zu verhindern. Gerade weil diese Maßnahme noch recht unbekannt ist, sah sich der Vorstand indes gleich gezwungen, den Markt und Geschäftspartner zu beruhigen: Nein, man sei nicht insolvent. Das Tagesgeschäft werde unverändert unter der bisherigen Firmenleitung fortgeführt. Präsident und Hauptanteilseigner Bielinski kündigt an, man werde sich im Rahmen der Restrukturierung von niedrigmargigen Produktbereichen trennen.
Welche Bereiche nun genau restrukturiert werden sollen, lässt das Management offen. Die Zahlen des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2016 machen aber deutlich, dass es über den Ärger mit den Finanzbehörden hinaus gute Gründe gibt, das Geschäft schnell kostengünstiger aufzustellen: Denn Action musste im ersten Quartal einen deutlichen Umsatzrückgang von 330 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum auf nun 255 Millionen Euro hinnehmen. Trotzdem ist Bielinksi optimistisch: »Wir haben in unserer 25-jährigen Geschichte schon viele Hindernisse überwunden. Ich bin mir sicher, dass wir die Restrukturierung ohne weitere Behinderungen durchführen können.«

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