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Frustrierte Gamer, ratlose Händler

AMD Big Navi startet mit leeren Lagern

20. November 2020, 10:18 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

AMD Big Navi startet mit leeren Lagern
© Screenshot ebay.de

Seit Mitte der Woche sollten die ersten Grafikkarten aus AMDs Big Navi Serie verfügbar sein. Zumindest theoretisch. Denn schon kurz nach dem Verkaufsstart sind die beiden Radeon-Modelle RX 6800 und RX 6800 XT ausverkauft.

Eigentlich hätte es für die Gamer dieser Welt und die Fachhändler ihres Vertrauens ein heißer Herbst werden können. Nachdem zuerst Nvidia eine bärenstarke neue Generation seiner Geforce-Grafikkarten vorgestellt hatte, legte Mitbewerber AMD kurz darauf mit der 2020er-Familie seiner Radeons nach, die mit mindestens ebenso satten Leistungszuwächsen aufwarten und damit aufschließen. Angesichts der zu erwartenden annähernden Leistungsverdopplung und der erhöhten Nachfrage durch die Aussicht auf einen langen Winter im Teil-Lockdown hätte es somit ein perfektes Jahr für alle Beteiligten werden können. Doch die große Party muss leider ausfallen. Denn die Grafikkarten sind durch die Bank schlicht und ergreifend nicht annähernd in ausreichender Stückzahl verfügbar.

Seit Nvidia und die Hardware-Partner mit der RTX 3080 und dem neuen Flaggschiff RTX 3090 die ersten Modelle auf den Markt gebracht hatten, waren sie kaum verfügbar. Und auch beim erst später gelaunchten Einsteigermodell RTX 3070 sieht es nur etwas besser aus. Inzwischen hat sich herauskristallisiert, dass die Versorgungslage zumindest bei der begehrten RTX 3080 wohl noch bis ins Frühjahr hinein schwierig bleiben dürfte. AMD beobachtete das mit kaum verhohlener Freude und versprach, es besser zu machen. Bis zuletzt wurde immer wieder betont, dass man in ausreichenden Stückzahlen produziere, um eine hohe Verfügbarkeit sicherstellen zu können. Doch geholfen hat das nichts. Am Mittwoch startete offiziell der Verkauf der beiden günstigeren Modelle Radeon RX 6800 und RX 6800 XT. Laut Berichten von Kaufinteressenten waren die Referenzkarten im Shop des Herstellers allerdings schon nach einer Minute ausverkauft. Ein ganz ähnliches Bild bietet sich auch im Handel und, der auch von den Custom-Designs der Hersteller keine ausreichenden Stückzahlen bekommen kann.

Und so machen das große Geschäft nun andere. Wie zuletzt bei der Bitcoin-Blase vor zwei Jahren gesehen, werden die Grafikkarten der neuen Generation nun auf Auktionsplattformen zu Mondpreisen angeboten. Dort verlangen Verkäufer für einige Modelle von Nvidias Geforce RTX 3080 zwischen 1.000 und 1.300 Euro für die Karte, die eigentlich um die 700 Euro kosten sollte. Ganz ähnlich die Lage beim Konkurrenzmodell AMD Radeon RX 6800 XT. Auch diese wird für Preise um die 1.200 angeboten, sollte eigentlich aber nur etwas über die Hälfte kosten. Einige ganz unverschämte machen sich die Lage auch zunutze, indem sie Angebote erstellen, die nur scheinbar die begehrte Hardware feilbieten. Tatsächlich kaufen unvorsichtige Nutzer dort jedoch für teils mehrere Hundert Euro nur ein Foto der gewünschten Grafikkarte.

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