Chipkrise erreicht RAM

Arbeitsspeicher wird knapp und teuer

6. Dezember 2021, 11:27 Uhr | Lars Bube | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Verteuerung, aber (noch) keine Flash-Krise 2.0

DDR5 zu Mondpreisen
In den USA werden von einigen Scalpern schon mehr als 2.000 Dollar für 32 GByte DDR5-RAM verlangt
© Screenshot ebay.com

Wie die Statistiken des Portals zeigen, gibt es immer wieder Käufer, die trotz dieser Fantasiepreise zugreifen. Teils bleibt ihnen auch nicht viel anderes übrig, bringt die Situation doch Hersteller wie Anwender in eine Zwickmühle. Zwar können die Intel-Prozessoren auch mit DDR4-RAM zusammenarbeiten, allerdings muss dafür ein passendes Mainboard vorhanden sein. Da die Steckplätze aber nicht kompatibel sind, beherrschen die Hauptplatinen jeweils immer nur einen Standard. Somit müssen sich Anbieter und Kunden von vorneherein für eine der beiden Varianten entscheiden. Entweder, sie wollen den aktuellsten Standard mit seinen Vorteilen nutzen und müssen dafür mit erheblichen Lieferproblemen und höheren Preisen rechnen, oder aber sie bleiben beim vorherigen DDR4-Standard. Letzteres ist selbstredend die deutlich weniger beliebte Option und spielt überhaupt nur wegen der Nachschubprobleme eine nennenswerte Rolle.

Eine neue Flash-Krise, die dann auch SSDs erfassen könnte, ist nach bisherigem Ermessen dennoch nicht zu befürchten – zumindest nicht direkt. Denn die Ursache der knappen RAM-Module ist nicht etwa das Fehlen der Flash-Module selbst, sondern ein Mangel an anderen darauf notwendigen Chips, derzeit betrifft das insbesondere die für das Power-Management zuständigen „PMIC“. Hinzu kommt, dass die Nachfrage vor allem durch den pandemiebedingten Trend zum mobilen Arbeiten und Lernen noch immer schneller wächst als ursprünglich angenommen. Dadurch schmilzt das nach der Flash-Krise aufgebaute Überangebot allmählich dahin und der Preisdruck reduziert sich deutlich. Auch wenn der Flash-Speicher nicht wieder auszugehen droht, dürfte er sich damit in den nächsten Monaten weiter verteuern.


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