Konzentration auf B2B-Kunden

Conrad macht fast alle Filialen dicht

13. April 2022, 7:30 Uhr | Michaela Wurm | Kommentar(e)
© Conrad Electronic

Conrad reagiert auf den Trend, dass immer mehr Kunden online einkaufen. Der Elektronikhändler schließt bis auf eine alle klassischen Filialen für private Endkunden und konzentriert sich nur noch auf das B2B-Geschäft.

Der Trend, dass gerade Privatkunden ihren Bedarf weniger im stationären Handel decken und stattdessen vermehrt online einkaufen, hat sich durch Corona in den vergangenen zwei Jahren noch einmal deutlich beschleunigt. Das hat enorme Auswirkungen auf die Innenstädte, aus denen immer mehr Geschäfte verschwinden.

Jetzt hat auch Conrad auf den Trend zum Online Shopping reagiert und schließt bis auf eine alle seine Filialen für Endverbraucher in Deutschland. Der Elektronikhändler fokussiert sich stattdessen auf seine schon vor einigen Jahren eingeleitete Strategie hin zu Europas führender B2B-Beschaffungsplattform für technischen Betriebsbedarf.

In diesem Zuge werde Conrad seine Filialen nicht mehr im bisherigen Format und der bisherigen Zahl betreiben, teilt das Unternehmen mit. Am Standort im nordrhein-westfälischen Hürth hat Conrad im Frühsommer 2020 stattdessen seine erste B2B-Filiale in Betrieb genommen und sucht nach weiteren Standorten. Im bisherigen Format wird dementsprechend nach aktuellem Stand lediglich die Filiale in Wernberg-Köblitz weiter betrieben. Alle weiteren Filialstandorte sind beziehungsweise werden im Laufe des Jahres geschlossen.

„Natürlich fällt uns dieser Schritt sehr schwer. Wir haben unsere Beschäftigten daher frühzeitig informiert und sind in Gesprächen, um sozialverträgliche Regelungen zu finden und unserer sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Mitarbeitende aus den Filialen haben selbstverständlich die Möglichkeit, sich auf offene Stellen innerhalb der Conrad Gruppe zu bewerben”, erklärt Ralf Bühler, CEO von Conrad Electronic SE.

Es ist nicht das erste Mal in der fast 100-jährigen Firmengeschichte, dass Conrad auf Veränderungen im Konsumentenverhalten konsequent reagiert. Bereits in den 70er Jahren hatte Klaus Conrad fast alle damaligen Filialen geschlossen und voll auf den Versandhandel gesetzt. „Ein Teil unseres Erfolges besteht seit Generationen darin, Kunden gut zuzuhören und danach entsprechend zu handeln”, so Bühler.

Update: Conrad Electronic wird das Filialgeschäft für Privatkunden nahezu komplett einstellen. Der Shop conrad.de und damit das B2C-Geschäft über das Internet bleibt bestehen.

 


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