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EU-Prognose

Corona-Rezession noch tiefer als befürchtet

07. Juli 2020, 12:41 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)


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Talsohle durchschritten

Erste Daten für Mai und Juni deuteten darauf hin, dass das Schlimmste nun vorbei sein könnte, erklärte die Kommission weiter. Es werde erwartet, dass die Erholung im zweiten Halbjahr an Fahrt gewinne. Doch werde sie noch nicht vollständig sein und in den Mitgliedsstaaten unterschiedlich ausfallen. Auch der Pandemie-Schock treffe zwar alle EU-Staaten, aber in unterschiedlichem Maß.

Neben Deutschland wird auch für die Niederlanden und Polen eine etwas mildere Rezession vorhergesagt als im EU-Durchschnitt. In Italien dürfte diesen Zahlen zufolge hingegen 2020 ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 11,2 Prozent zu Buche stehen, in Spanien 10,9 Prozent und in Frankreich 10,6 Prozent. Alle drei Länder werden demnach nächstes Jahr nur einen Teil der Einbußen gutmachen.

Nicht einbezogen sind aber laut Gentiloni die möglichen Effekte des geplanten europäischen Konjunkturprogramms. Dafür hat die EU-Kommission ein Paket von 750 Milliarden Euro vorgeschlagen, über das derzeit verhandelt wird. Eine rasche Umsetzung eines solchen Programms würde den Ausblick aufhellen und das wirtschaftliche Vertrauen schnell stärken, meinte Gentiloni.

So oder so bleiben nach Darstellung der Kommission viele Risiken. So habe man zugrunde gelegt, dass keine zweite Corona-Infektionswelle komme. Obwohl bisher die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt wegen Kurzarbeiterprogrammen begrenzt waren, könnten sie aus Sicht der Kommission länger dauern als gedacht. Auch könnten Liquiditätsprobleme bei vielen Firmen zu Solvenzproblemen werden.

Turbulenzen auf den Finanzmärkte seien nicht ausgeschlossen, sagte Gentiloni. Ein weiteres Risiko: Sollten die Handelsgespräche mit Großbritannien scheitern, könnte das die Wachstumsaussichten dämpfen, vor allem im Vereinigten Königreich. Da die Handelsbeziehungen ab 2021 noch nicht klar seien, sei für die Prognose aus technischen Gründen angenommen worden, dass alles so bleibe wie bisher.

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