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Handel bleibt außen vor

Corona verstärkt Trend zum Direktgeschäft

13. April 2021, 14:40 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Corona verstärkt Trend zum Direktgeschäft
© Bangkok Click Studio - AdobeStock

Große Markenhersteller wie Adidas, Miele und Co. umgehen immer öfter den Handel und verkaufen direkt an die Konsumenten. Für den Handel ist das ein Ärgernis. Doch den Verbrauchern scheint es zu gefallen und die Hersteller gewinnen dadurch wichtige Daten.

Adidas tut es, Miele tut es, Haribo und Lego ebenso: Immer mehr Markenhersteller verkaufen auch direkt an die Endkunden. Mit eigenen Online-Shops - und manchmal auch eigenen Läden - suchen sie den unmittelbaren Kontakt zum Konsumenten und können damit in der Corona-Krise immer öfter punkten. Für den Handel ist das keine gute Nachricht.

»Es ist ein klarer Trend: Immer mehr Markenhersteller verkaufen ihre Ware auch direkt an die Endkunden. Und Corona hat diese Entwicklung noch einmal deutlich beschleunigt«, sagt der Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach. Das gelte für praktisch alle Branchen, für Bekleidung ebenso wie für Sportartikel, Elektronik, Spielwaren oder auch Lebensmittel.

Einer der Vorreiter beim Thema Direktvertrieb ist der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller Adidas. Das Unternehmen macht zurzeit zwar noch den Löwenanteil seiner Umsätze über Sport-Fachgeschäfte und andere Zwischenhändler. Aber das soll sich ändern. Schon 2025 will das Unternehmen etwa die Hälfte seiner Umsätze in den eigenen Online-Shops und Markenstores erzielen, wie Adidas-Chef Kasper Rorsted kürzlich ankündigte.

Allein ist Adidas nicht. Auch der Hausgerätehersteller Miele lockt mittlerweile Kunden mit Aktionspreisen für Saugroboter, Backöfen und Staubsaugerbeutel in den eigenen Online-Shop. Und die zum Danone-Konzern gehörende Babynahrungsmarke Milupa sagt dem klassischen Einzelhandel in ihrem Online-Shop sogar ganz offen den Kampf an. »Die Tage mit Baby oder Kleinkind sind manchmal ganz schön chaotisch. Wie gut, wenn du dann nicht mehr in den Supermarkt hetzen musst, sondern den Brei für dein Baby bequem online direkt vom Hersteller kaufen kannst«, wirbt sie um Kunden.

Hersteller wie der Spielzeuggigant Lego locken in ihren Shops mit Angeboten, die im klassischen Handel nicht zu finden sein sollen. Der Süßwarenhersteller Haribo verkauft Gummibärchen im eigenen Online-Shop sogar nach Farbe sortiert.

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2. Direktvertrieb im Elektronik-Segment

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