Hardware im Kreislauf

„Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit wächst“

GSD
Ralf Schweitzer hofft, dass Bund und Länder Resellern jetzt schnell finnaziell unter die Arme greifen
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Im Interview mit ICT CHANNEL führt GSD-Geschäftsführer Ralf Schweitzer aus, wie längere Hardware-Lebenszyklen zugleich Umwelt und Budgets entlasten und welche Probleme Herstellungsmethoden wie verklebte Komponenten dabei bereiten.

ICT CHANNEL: Herr Schweitzer, im Refurbishing ist Nachhaltigkeit quasi automatisch schon Teil des Gesamtpakets. Ist das für die Kunden nur ein netter Nebeneffekt für das eigene Gewissen und Marketing, oder tatsächlich ein Kaufargument, mit dem Ihre Partner punkten können?
Ralf Schweitzer: Sagen wir, es wandelt sich Jahr um Jahr mehr von der günstigen Alternative zum echten Kaufargument. Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit wächst und da sind gerade IT-Produkte für konsumierende Unternehmen ein einfacher Ort, ihre Nachhaltigkeits- und Klimaziele zu erreichen. Durch unsere Channel Partner bekommen wir schon seit längerem das Feedback, dass die Anfragen ihrer Kunden – sei es Endverbraucher oder KMUs – gezielt auf aufbereitete Produkte gehen und nicht mehr aktiv als Alternative angeboten werden muss.

ICT CHANNEL: Hat sich dieses Verhältnis mit dem großen ökologischen Trend in den letzten Jahren tatsächlich inhaltlich verschoben, oder doch eher nur in der Außendarstellung?
Schweitzer: Ein um Nachhaltigkeit bewusstes Handeln fängt in unser aller Köpfen an. Wie eingangs in Ihrer ersten Frage erwähnt, hat unser tägliches Business nachweislich unmittelbar positiven Impact auf den Klimaschutz, dank Schonung natürlicher Ressourcen und Maximierung des Produktlebenszyklus. Aber automatisch ist das natürlich nicht passiert. In unserer firmeneigenen Produktion werden pro Jahr hunderttausende ITK Produkte generalüberholt und wieder zu einem neuen Nutzer zurückgeführt.
Ich bin der Ansicht, dass jedes Unternehmen entsprechende Ziele tief in seiner Unternehmenskultur verankern sollte, damit es nicht nur bei der Außendarstellung bleibt, sondern auch aus Überzeugung gelebt wird. Angefangen beim Management, strukturiert und kaskadiert bis in persönliche Zielvereinbarungen einer jeden Berichtsstufe. 

ICT CHANNEL: Sind die Kunden aus Ihrer Sicht im IT-Bereich bereit, dafür gegebenenfalls auch etwas mehr auszugeben? Gibt es hier Unterschiede im Consumer- und Business-Geschäft?
Schweitzer: Ich denke wir müssen hier zwischen unserem Einkauf und dem Vertrieb unterscheiden. Unternehmen haben mittlerweile einen gesteigerten Fokus darauf, neue Arbeitsplätze mit Geräten aus nachhaltiger Produktion auszustatten, was das gesamte System im Positiven beeinflusst. In der Folge werden wir als Refurbisher künftig immer nachhaltiger produzierte Geräte einkaufen und diese dann nochmal in den Kreislauf bringen. Quasi ein Gewinn im doppelten Sinne.


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