Editorial ICT CHANNEL 21/2022

Der Schweinzeyklus ist wieder da

20. Oktober 2022, 8:29 Uhr | Michaela Wurm | Kommentar(e)
Marktentwicklung
© joyfotoliakid / AdobeStock

Eigentlich war er nie wirklich weg. Denn das Auf und Ab von Angebot, Nachfrage und Preisen ist in der PC-Branche systemimmanent wie in der Schweinzucht. Und nach zwei Boomjahren raucht die PC-Nachfrage gerade wieder ab.

Das in den 20er Jahren formulierte Phänomen des Schweinzeyklus beschreibt das Problem der Zeitverzögerung bei der Anpassung des Angebots auf einem Markt, etwa wenn die Nachfrage plötzlich extrem steigt. Im PC-Channel sind das goldene Zeiten, wie sie etwa das Support-Ende von Windows XP 2014 den Herstellern und ihren Partnern bescherte. Regelmäßig folgt auf das enorme Nachfragehoch, nachdem sich Privatkunden wie Unternehmen mit neuen Rechnern eingedeckt haben, unbarmherzig die nächste Flaute. Und Anbieter, die in ihrer Euphorie die Forecasts zu hoch angesetzt haben, sitzen auf vollen Lagern.

In den vergangenen zwei Jahren konnten PC-Hersteller gar nicht so viele Geräte heranschaffen, wie nachgefragt wurden. Die Nachfrage nach Rechnern für Homeoffice und Homeschooling, Entertainment und Gaming ging während der Corona-Lockdowns durch die Decke. Dazu kamen eine massive Verknappung der Ware durch fehlende Komponenten, gestörte Lieferketten und Logistikprobleme.

2022 wollten viele Hersteller endlich wieder richtig durchstarten. Und dann kam die nächste Krise. Inflation, knappe Energie und der Krieg in der Ukraine dämpfen das Konsumklima. Jetzt sparen die Kunden und die Lager der Distribution sind prall gefüllt. Die PC-Verkäufe sind seit Jahresbeginn sukzessive zurückgegangen und haben im 3. Quartal 2022 einen neuen Tiefstand erreicht. Das bekommen die Hersteller und deren Partner zu spüren. Aber auch Chip-Hersteller, wie Samsung, Intel und AMD leiden darunter, wie deren aktuelle Quartalszahlen zeigen.

Doch Krisen bergen auch immer neue Chancen. So hat sich durch die Lockdowns der Trend zu hybriden Arbeitsplätzen beschleunigt, für die Firmen ihre Mitarbeiter mit aktueller Hardware ausrüsten müssen. Und selbst die Energiekrise sieht Dell-Geschäftsführer Tim van Wasen im Gespräch mit ICT CHANNEL als Chance für die IT-Branche und Treiber für eine vorgezogene Erneuerung der IT-Infrastruktur und der Clients.

Er glaubt, dass steigende Energiekosten auch die Nachfrage nach as-a-Service-Angeboten wie Dells „Apex“ ankurbeln, das seit kurzem auch über die Partner vermarktet wird. Denn verbrauchsabhängige Nutzungsmodelle seien auch für den Mittelstand die Lösung für deren drängendste Probleme, den Fachkräftemangel und die hohen Stromkosten.

Michaela Wurm, Chefreporterin ICT CHANNEL
Michaela Wurm, Chefreporterin ICT CHANNEL
© Michaela Wurm

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Ihre Michaela Wurm,
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