Miete24.com auch für Reseller

Deubners nächster Coup

24. Mai 2022, 11:37 Uhr | Martin Fryba | Kommentar(e)
Printer4you-Gründer Heino Deubner
Printer4you-Gründer Heino Deubner: Jetzt mehr als 10.000 Office- Und Home-Produkte als Mietangebot
© Printer-Care

Mieten ist das neue Kaufen. Nach Printer4you für Drucker ergänzt Heino Deubner mit Miete24.com das Portfolio um weitere Office-Produkte wie Notebooks, Beamer, aber auch CE- und Elektrohausgeräte. Den Mietmarkt hat Deubner richtig eingeschätzt, ihn zu entwickeln aber unterschätzt.

Printer4you als Beschaffungsportal für Drucker und Supplies zur Miete bleibt aktiv, aber Heino Deubner wäre kein rastloser, innovativer Unternehmer, würde er sich auf das Thema begrenzen, das er schon als Also-Manager beackert hatte, bevor er sich 2015 mit Printer4you selbständig machte. Ab heute startet Miete24.com. Gleiche Idee, nur breiter aufgestellt. Nun also können Geschäftskunden und Privatpersonen auch Office-Produkte wie Laptops, Zubehör für Laptops wie Tastatur und Maus, Drucker, Tablets, Smartphones, Gaming-PCs, Gaming-Laptops, Beamer, Monitore, Scanner, Headsets und Displays oder auch Kaffeautomaten oder Luftreiniger mieten.  Bald kommen auch E-Bikes, Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner dazu, die man für 12, 24 oder 36 Monate mieten und anschließend zurückgeben oder mit Restwert kaufen kann. Das Sortiment speisen 50 an den Shop angebundene Distributoren, angezeigt wird nur das, was verfügbar ist und sofort über die Läger der Grossisten ausgeliefert werden kann.

Weg von Capex hin zu Opex
Printer4you  hat ein Partnerprogramm für Reseller. Diesen Channel adressiert Deubner auch bei Miete24.com: Der Fachhandel registriert sich als Wiederverkäufer und kann die auf eigene Rechnung gemieteten Produkte rechtlich korrekt an seine Kunden wiedervermieten. Damit profitiert nicht nur das Portal selbst vom Trend, Investitionskosten zu Betriebskosten zu machen, sondern auch Fachhändler können ihren Kunden die Vorteile von Opex statt Capex vorrechnen.

Bald auch Microsoft 365 & Co
Beschaffung geht dabei Hand in Hand etwa mit Reparaturen, beziehungsweise Kauf zum Restwert oder Rückgabe nach Ende der Mietzeit. Deubner denkt in Prozessen, auch was die Wiederaufbereitung der Geräte und Zweitvermarkung als Gebrauchte angelangt. Partner für die Kreislaufwirtschaft sind an Bord. Ebenso Lieferanten für Software. In Kürze werde es Microsoft365 und Software zur Miete von weiteren Herstellern auf Miete24.com geben, kündigt Deubner im Hintergrundgespräch mit ICT CHANNEL an. Und deutet noch nicht für die Öffentlichkeit Autorisiertes an: „Mit einem großen Online-Shop werden wir im Kürze eine Testphase für Mietangebote starten“, sagt er. Auch andere große Retailer könnten mit Miete24.com kooperieren.

Stirn bieten dem Einhorn Grover oder Klarna, Paypal, Barclays
Sie tun es freilich schon mit den wenigen Anbietern, die sich auf das Mieten beziehungsweise auch Ratenzahlungen spezialisiert haben. Die mit einer Milliarden-Venture-Spritze finanzierte Grover aus Berlin beispielsweise. Oder Zahlungsdienstleister wie Klarna, Paypal oder Amazons bevorzugter Finanzierungspartner Barclays. Mieten mit der Rückgabeoption, wie es Miete24.com anbietet, ist logistisch und refinanzierungstechnisch für einen Shopanbieter indes wesentlich aufwändiger.

Im Backend bei Miete24.com laufen nämlich hochkomplexe Prozesse ab. Die Supply-Chain muss nämlich nicht nur für den Warenfluss samt digitale Vertragsabschlüsse sorgen, auch die Bonitätsprüfung über Wirtschaftsauskunfteien für Privatpersonen und Creditreform für B2B-Kunden läuft noch während des Bestellvorgangs ab. „Wir sind voll digitalisiert und dem Wettbewerb hier deutlich voraus“, sagt Deubner.

Eine Milliarde Euro VC-Kapital, wie sie der Mediamarkt-Partner Grover erhalten hat, braucht Deubner nicht unbedingt, auch wenn er, wie er sagt, den Aufwand für die nie endende Softwareentwicklung der Portale „beim Start 2015 völlig unterschätzt“ habe. Andererseits hat Deubner mit seinem Unternehmen bereits viele Hürden überwunden, vor denen potenzielle Wettbewerber erst noch stehen würden. „Die Barrieren für den Markteintritt von Anbietern, die durchgängige digitale Mietangebote etablieren wollen, sind sehr hoch“, sagt der 51-Jährige.

Kein Durchlauferhitzer
Sein mittelständisches Unternehmen mit aktuell 19 Mitarbeitern, die Miete24 P4Y GmbH mit Sitz in Velten bei Berlin, ist solide durchfinanziert. An Deubners Idee glaubt fest nicht nur Deubner selbst, der 51 Prozent der Anteile hält. Sondern auch die Aye Invest aus Lübeck. Das Familiy Office von Unternehmer Martin Aye besitzt die restlichen 49 Prozent und sei „langfristig orientiert“, versichert der Manager. Außerdem ist die Bürgschaftsbank Brandenburg aus Potsdam stiller Gesellschafter bei Miete24 P4Y GmbH und sorgt für Eigenkapital, damit Deubners Firma die von Kunden gemieteten Produkte solide finanzieren kann.

Den schnellen Erfolg, wie ihn so mancher auf Durchlauferhitzer  programmierte Venture vorschreibt, suchen die Gesellschafter von Deuberns Firma eher nicht. Drei Millionen Euro Umsatz schrieb die nun in Miete24.com aufgegangene  Printer4you 2020. Deubner rechnet damit, „in zwei bis drei Jahren die Gewinnschwelle zu erreichen“, wie er ICT CHANNEL gegenüber erklärt.

Drei mittelständische Unternehmen haben sich hier zusammengefunden, um mittelständischen Unternehmen relativ neue, weitgehend digital abgewickelte Finanzierungsmodelle für Investitionsgüter anzubieten, die ihr Eigenkapital nicht belasten und sie von der Beschaffung von Office-Produkten entlasten. Noch dazu öffnet Heino Deubner Miete24.com für den Channel, also für jene Partner, für die er 1998 mit Druckerfachmann.de damals noch das neue Feld Managed Printing Services bestellt hatte, bevor er dann 2011 an Also verkaufte, vier Jahre später beim Broadliner ausstieg und sein eigenes Ding als Unternehmer wieder aufnahm.


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