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Geldautomaten für 1,7 Milliarden Euro

Diebold übernimmt Wincor Nixdorf

24. November 2015, 10:41 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Diebold übernimmt Wincor Nixdorf
© Diebold

Diebold-Sitz in North Canton, Ohio

Der amerikanische IT-Konzern Diebold will den deutschen Kassen- und Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf für 1,7 Milliarden Euro übernehmen. Das Unternehmen soll künftig »Diebold Nixdorf« heißen und die Arbeitsplätze in Deutschland erhalten bleiben.

Bereits seit mehreren Monaten bemüht sich der amerikanische Geldautomatenhersteller und Softwareanbieter Diebold um eine Übernahme des deutschen Konkurrenten Wincor Nixdorf. Nachdem sich die Unternehmensführung von Wincor Nixdorf lange gegen einen Verkauf gesträubt hatte, scheinen die deshalb bisher sehr zähen Verhandlungen doch noch Früchte zu tragen. In seiner neuesten Offerte bietet Diebold den Wincor Nixdorf-Aktionären 38,98 Euro in bar sowie 0,434 Diebold-Papiere pro Anteilsschein. Insgesamt beläuft sich der angebotene Kaufpreis damit auf rund 1,7 Milliarden Euro. Zudem sicherte das US-Unternehmen zu, vorerst keine Stellen in Deutschland abbauen zu wollen. Daraufhin gab der Wincor-Vorstand um Vorstand Eckard Heidloff seine Blockadehaltung auf und empfiehlt den Aktionären nun, dieses Angebot anzunehmen. Da Diebold bereits einige Anteile an Wincor Noxdorf hält, fehlen den Amerikanern nur noch knapp 68 Prozent der Aktien, um eine Dreiviertelmehrheit zu erreichen.

Die Fusion ist vor allem eine direkte Folge der weltweiten Veränderungen im Banken-Geschäft. Mit der zunehmenden Nutzung von Onlinezahlungsmöglichkeiten und Kreditkarten spielt Bargeld eine immer geringere Rolle im Alltag. Obwohl viele Banken immer mehr Mitarbeiter und Filialen durch Terminals und Geldautomaten ersetzen, sinkt damit einhergehend auch der Bedarf an neuen Geldautomaten. Der Nettogewinn von Wincor Nixdorf, das zudem eine starke Marktposition bei elektronischen und vernetzten Kassensystemen hat, war zuletzt nur noch acht Millionen Euro zusammengeschmolzen, 2014 waren es noch etwas über 100 Millionen Euro. Experten hatten deshalb bereits vorab fest damit gerechnet, dass Wincor Nixdorf bei einem entsprechend nachgebesserten Angebot kaum eine andere Möglichkeit bleibe, als dem Verkauf zuzustimmen.

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2. Gemeinsam 4,8 Milliarden stark

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