ICT-CHANNEL-Interview

Education-Markt: „Die Verteilung ist vorbei“

29. November 2022, 9:28 Uhr | Michaela Wurm
Gerrit Günter, Head of Commercial Sales bei Acer
© Acer

Auch wenn die ganz großen Projekte in diesem Jahr ausgeblieben seien, lohne es sich für Systemhäuser trotzdem, in den Vertrieb von Education-Lösungen zu investieren, meint Gerit Günther, Head of Corporate & Education Sales, bei Acer im Interview mit ICT-CHANNEL.

ICT CHANNEL: Bei der Digitalisierung der Schulen besteht immer noch Nachholbedarf. Der Bund hat in den letzten beiden Jahren millionenschwere Förderprogramme dafür aufgelegt. Sind diese bereits ausgeschöpft?

Gerit Günther: Die Basisförderung aus dem fünf Milliarden schweren DigitalPakt Schule ist noch längst nicht aufgebraucht. Das liegt schlicht daran, dass es sehr aufwändig ist, die Gelder zu beantragen. Weitgehend ausgeschöpft sind die Sonderprogramme „Corona-Hilfe I: Mobile Endgeräte für Schüler“ sowie „Corona-Hilfe 2: Digitale Leihgeräte für Lehrkräfte“ mit jeweils 500 Millionen Euro Volumen.

 

In unerem letzten Gespräch erst im Frühjahr 2022 wurden große Erwartungen in den „DigitalPakt 2“ gesetzt, der zur Jahresmitte 2022 den „DigitalPakt 1“ ablösen sollte. Was ist daraus geworden?

Günther: Genau der ist den geänderten politischen Rahmenbedingungen zum Opfer gefallen. Zunächst war vom „DigitalPakt 2“ die Rede, dann von einer Vereinfachung Beantragung der Gelder aus dem „DigitalPakt 1“. Letztendlich hat die politische Entwicklung in der Ukraine und die Sicherung der Energieversorgung die Prioritäten verschoben. Weil alle auf die angekündigte Vereinfachung gewartet haben, hat es bei der Basis-Förderung wenig Fortschritte gegeben. Von fünf Milliarden Euro sind bislang lediglich knapp 1,6 Milliarden abgeflossen.

 

Der Bildungssektor galt in den letzten beiden Jahren als der Wachstumsmarkt für IT-Produkte. Inzwischen ist es um das Thema stiller geworden. Ist das Segment für IT-Hersteller und deren Partner nach wie vor attraktiv?

Günther: Absolut. Allerdings haben sich in diesem Jahr die Aktivitäten verlagert. Es ist einerseits viel Geld in Infrastruktur geflossen. Deshalb ist unser Thema Clients etwas in den Hintergrund getreten. Andererseits sind die ganz großen Projekte, die es 2021 gab, in diesem Jahr ausgeblieben. Sprich: Die Verteilung ist vorbei, aber es lohnt sich für Systemhäuser trotzdem, ihre Vertriebsanstrengungen auszubauen.

 

Acer ist im Education-Segment schon sehr lange engagiert. Hat sich dieser Bereich entwickelt wie erwartet?

Günther: Wir sind mit der Entwicklung des Edu-Geschäfts zufrieden, obwohl andere, günstigere Rahmenbedingungen ein noch viel stärkeres Geschäft möglich gemacht hätten. In diesem Jahr gab es weniger sehr große Projekte. Aber gerade kommunale Träger haben die Digitalisierung weiter vorangetrieben. Dank unseres breiten Partnernetzwerks, das sehr engen Kontakt zu den Kommunen hält, konnten wir viele Projekte gewinnen.

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