Top-Manager müssen gehen

Entlassungswelle bei Also

11. Juli 2022, 16:09 Uhr | Martin Fryba | Kommentar(e)
ICT CHANNEL
Nächster Cut: Also-CEO Gustavo Möller-Hergt entlässt eine Reihe von Führungskräften
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Deutschland-Chef Andreas Ruhland ist weg, mit ihm müssen auch weitere Top-Manager Also verlassen. Dieses Mal trifft es verstärkt die Führungsebene, die CEO Gustavo Möller-Hergt Knall auf Fall ausdünnt.

Andreas Ruhland ist nicht mehr bei Also. Der Broadliner bestätigte gegenüber ICT CHANNEL, dass Ruhland nicht mehr Deutschland-Chef ist. Auch Ruhlands Vorgängerin Simone Blome-Schwitzki, die zuletzt auf europäischer Ebene bei Also tätig war, ist weg. Gründe für das Ausscheiden der beiden nennt Also keine. Wie ICT CHANNEL aus Herstellerkreisen erfuhr, trennt sich Also von einer ganzen Reihe von Führungskräften. So soll auch Volkan Weissenberg auf einer Liste der zu entlassenden Top-Manager stehen. Weissenberg war seit 2008 noch unter Actebis Peacock beim Broadliner, in der Also-Gruppe war er für E-Commerce zuständig.

Die Geschäfte in Deutschland führt nun eine Doppelspitze bestehend aus Mike Rakowski und Philipp Koch.  Rakowski, der die Sparte Service leitet, ist ein Distributions-Urgestein, der seit 22 Jahren im Konzern ist. Koch hat 2013 als Consultant bei Also angefangen. Beide Manager stiegen im Oktober 2020 zu Geschäftsführern bei Also Deutschland auf.

Die aktuellen Entlassungen insbesondere auf Führungsebene treffen die Manager überraschend, aber nicht unvorbereitet. Schließlich geht CEO Gustavo Möller-Hergt nicht gerade zimperlich mit Personal um, das aus seiner Sicht aus Kostengründen nicht mehr tragbar ist, wenn sich der Also-Chef die Bilanzen der Ländergesellschaften anschaut. Entlassungswellen gab es bei Also immer wieder einmal. Betroffene, insbesondere langjährige Mitarbeiter, berichten von Entlassungsgesprächen, die teils nur wenige Minuten dauern und ohne Angabe nachvollziehbarer Gründe.

Andreas Ruhland kehrte Ende 2017 nach zwei Jahren für Hersteller Belkin und ein Jahr für Tech Data zu Also nach Straubing zurück. Sein Distributionshandwerk lernte er unter Michael Dressen bei Also von 2008 bis 2012. Noch zur Messe CTV vor wenigen Wochen beschrieb er in einem Pressegespräch ein gut laufendes Geschäft in Deutschland. Nichts deutete auf seine Demission hin, auch Hersteller im Also-Portfolio, mit denen ICT CHANNEL sprach, zeigten sich überrascht. „Das kommt Knall auf Fall“, so ein Geschäftsführer am Telefon, der mit Ruhland noch Mitte Juni telefoniert hatte.


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