Überraschendes Aus für Highend-Karten

EVGA verabschiedet sich polternd von Nvidia

19. September 2022, 9:37 Uhr | Lars Bube | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Mangelnder Respekt und schlechte Chips

Nividia-CEO Jensen Huang als Avatar bei der Präsentation der neuen Plattform zur Erstellung von KI-Avataren
Nividia-CEO Jensen Huang (hier als eigener Avatar) muss bei der Vorstellung der neuen GeForce RTX 4000 auf den langjährigen Partner EVGA verzichten
© Nvidia

So beklagt der Gaming-Spezialist etwa, dass Nvidia die Hardware-Partner hinsichtlich der Spezifikationen viel zu sehr einenge und durch die strengen Vorgaben innovative Designs, etwa bei der Kühlung oder Multi-GPU-Karten, verhindere. Eine ähnliche Gängelung moniert EVGA hinsichtlich der Preisgestaltung. Hier stößt dem Spezialisten etwa sauer auf, dass Nvidia den Herstellern ein Preisrahmen aufdränge, um ihnen anschließend selbst mit seinen günstigeren Referenzdesigns Konkurrenz zu machen. Zudem würden die Hersteller wichtige Informationen dazu sowie echte Treiber zum Testen ihrer Produkte viel zu spät erhalten, teils erst am Tag der offiziellen Vorstellung neuer Produkte. Das mache die Entwicklung unnötig kompliziert, teuer und riskant. Darüber hinaus wird auch die Chip-Zuteilung des Herstellers kritisiert, die den Highend-Hersteller benachteilige und viele seiner für Enthusiasten gedachten Modelle unrentabel mache.

Für Han zeugt all das von mangelndem Respekt Nvidias gegenüber den Custom-Herstellern, der sich in den letzten Jahren trotz intensiver Gesprächsversuche immer weiter verschlechtert habe. Das soll schon im Frühjahr zum Zerwürfnis geführt haben. Man habe Nvidia bereits im April über den Ausstieg informiert, erklärt EVGA nun. Allerdings sei in die Entscheidung nur das Topmanagement involviert gewesen, die eigenen Mitarbeiter und Handelspartner wurden erst jetzt informiert. „Wir werden auf der Bühne nicht auf [Nvidia CEO] Jensens Schoß sitzen und wollen nicht, dass es Gerüchte gibt, was da los ist“, zitiert Gaming Nexus den EVGA-CEO hinsichtlich der Bekanntgabe der Trennung kurz vor der anstehenden Vorstellung der neuen Nvidia-Generation, bei der EVGA in den letzten Jahren immer eine prominente Rolle gespielt hatte. Die lange Verzögerung könnte aber auch gut daran liegen, dass man sich trotz allem Streit offenbar bis zuletzt noch Hoffnung auf Besserung machte. Immerhin hat EVGA bis vor Kurzem selbst noch an der Entwicklung von RTX-4000-Modellen gearbeitet. Jetzt sollen die betroffenen Mitarbeiter in andere Bereiche wechseln, Kündigungen soll es Han zufolge nicht geben.

Nvidia hat sich bisher zu den Details nicht geäußert, lobt stattdessen die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren und wünscht EVGA alles Gute für die Zukunft.

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