PC-Nachfrage auf Allzeithoch

Goldene Aussichten für PC-Hersteller

25. Oktober 2021, 8:11 Uhr | Michaela Wurm | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Engpässe noch lange nicht behoben

Mirco Krebs, Lenovo
Mirco Krebs, Vice President und General Manager Lenovo DACH
© Lenovo

Die aktuellen Verkaufszahlen im PC-Geschäft würden noch weit höher ausfallen, wenn ausreichend Ware verfügbar wäre. Denn wegen der anhaltenden Lieferengpässe können Hersteller und Distributoren gar nicht so viel herbeischaffen, wie nachgefragt wird. Schuld sind die nach wie vor gestörten Lieferketten aus Asien, aber auch die enorm hohe Nachfrage nach Schlüsselkomponenten wie Microchips. Das bestätigt auch Mirco Krebs, Vice President und General Manager Lenovo DACH, im Interview mit ICT CHANNEL. Die enorme Nachfrage mache es schwer, zusätzliche Kontingente zeitnah zu bekommen, so Krebs. „Da die Nachfrage anhaltend hoch ist, wären daher höhere Zuwächse möglich, also auch über 24 Prozent, die Lenovo im Notebookbereich verbuchen konnte, hinaus.“

 

Viele PCs nicht bereit für Windows 11

Auch wenn die Lieferengpässe aufgelöst und die Rückstände abgearbeitet sind, werden weitere Wachstumstreiber dafür sorgen, dass die Nachfrage hoch bleibt. Da sind sich die meisten Anbieter sicher. Einer davon ist Microsofts aktuelles Betriebssystem, das seit dem 5. Oktober 2021 verfügbar ist und viele private wie gewerbliche Nutzer wohl dazu zwingen wird, neue Rechner anzuschaffen. Denn Windows 11 läuft nur auf PCs, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören beispielsweise vorgegebene Prozessoren sowie ein Trusted Plattform Modul (TPM).  Den neuesten Zahlen zufolge ist rund die Hälfte aller Unternehmens-PCs den hohen Anforderungen von Windows 11 nicht gewachsen.

Susanne Kummetz, Director Commercial Channel und Midmarket Sales bei HP
Susanne Kummetz, Director Commercial Channel und Midmarket Sales bei HP
© HP

Selbst aktuell verkaufte Rechner erfüllen diese Anforderungen oft nicht, weil sie wegen der knappen und teuren Komponenten nicht mit den neuesten CPUs ausgeliefert werden. Viele Unternehmen haben aber gerade erst ihre Hardware-Landschaft aufgerüstet, um mobiles Arbeiten zu ermöglichen. Sie werden wohl nicht sofort wieder neue Rechner anschaffen. Hier entsteht deshalb Ersatzbedarf, der im nächsten oder übernächsten Jahr zum Tragen kommen dürfte.

Susanne Kummetz, Director Commercial Channel und Midmarket Sales bei HP, rechnet deshalb im PC-Geschäft so schnell nicht mehr mit einem rückläufigen Markt, sondern eher mit weiter starkem Wachstum: „Windows 11 wird den Markt beleben, denn es gibt immer noch viele aktive Clients, die Windows 11 nicht unterstützen. Im Business-Segment sehe ich deshalb eine auch weiter hohe Nachfrage.“ Das gelte natürlich vor allem für die gefragte Notebooks. Aber auch der lange dahindümpelnde Desktop-Markt erhole sich mit der Rückkehr vieler Mitarbeiter in die Büros gerade recht gut, so die Channelchefin. Langfristig sei das aber sicher kein Wachstumsmarkt.


  1. Goldene Aussichten für PC-Hersteller
  2. Engpässe noch lange nicht behoben
  3. Neue Absatzmärkte für viele Jahre

Das könnte Sie auch interessieren

Verwandte Artikel

Dell EMC, Microsoft , Lenovo

Digitale Transformation

Digital Workspace

Matchmaker+