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Absatzrekord bei Tablets und Chromebooks

Goldrausch im PC-Markt

01. Februar 2021, 08:44 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Goldrausch im PC-Markt
© astrosystem - AdobeStock

Mobile PCs waren im vergangenen Jahr noch gefragter als Toilettenpapier

Befeuert durch die weltweiten Lockdowns verkaufen sich mobile Rechner wie das sprichwörtliche »geschnitten Brot«. Nicht nur klassische Laptops sind dabei gefragt, besonders bei Tablets und Chromebooks schießen die Verkaufszahlen derzeit explosionsartig in die Höhe.

Die weltweite Umstellung auf Home-Office und -Schooling hat für einen ungeahnten Nachfrageschub im PC-Markt gesorgt. Nach fünf Jahren der langsam bergab dümpelnden Verkaufszahlen ging es 2020 wieder steil bergauf. Laut dem aktuellen Jahresbericht von Canalys wurden 17 Prozent mehr PCs, inklusive Desktops, Notebooks, Workstations, Tablets und Hybride verkauft als noch 2019, insgesamt 458,2 Millionen. Das reicht zwar noch nicht ganz an das Rekordjahr 2014 heran, in dem rund 550 Millionen Geräte über die Ladentheken gingen, dennoch ist es einer der höchsten je erzielten Werte. Es wäre sogar noch mehr möglich gewesen, hätte der unerwartete Ansturm nicht die Verfügbarkeit übertroffen. Bedenkt man zudem, dass die Channel-Analysten in ihrer Betrachtung nur Neuware berücksichtigen, kommt dazu nochmals ein Stück obendrauf, wenn man den Verkauf gebrauchter Rechner mit einbezieht. War dieser Markt in den letzten Jahren schon konstant gegen den Trend gewachsen, sorgten die Bugwellen der Pandemie auch hier im letzten Jahr für einen regelrechten Absatzsprung.

Fachhändlern und Systemhäusern bereitet der Aufschwung viel Freude an der lange geschmähten Hardware, aber auch manche Probleme. Ware ist nicht verfügbar, die eigenen Ressourcen sind begrenzt und so kommt es zu Wartezeiten bei Bestellungen und Rollouts. Da die Kunden jedoch selbst einem enormen Druck unterworfen und die Budgets in der Krise gerne knapp sind, geht mancher lukrative Auftrag verloren. Andererseits lässt sich damit bereits absehen, dass die Umstellungswelle noch lange nicht gebrochen ist und auch 2021 für eine starke Nachfrage sorgen wird. Das hat auch der erneute Lockdown zum Jahresende deutlich unterstrichen. Von Oktober bis zum Jahresende verzeichnete Canalys eine weitere Nachfragespitze, die den Vorjahreswert um 35 Prozent übertraf. Mit insgesamt 143,7 Millionen Verkäufen war das Abschlussquartal trotz der ersten Welle im Frühjahr klar das Beste des ganzen Jahres.

Wer diesen Boom im neuen Jahr bestmöglich für sich nutzen will, muss sich dafür mehr denn je mit den Bedürfnissen seiner Kunden auseinandersetzen. Denn der pandemiebedingte Nachfrageschub folgt völlig anderen Gesetzen und krempelt den Markt in gleich mehreren Bereichen gehörig um. Davon profitieren mit Tablets und Chromebooks insbesondere zwei vermeintliche Underdogs. Eine Entwicklung, auf die auch die Hersteller unterschiedlich gut vorbereitet sind. Gleichzeitig hat das vergangene Jahr deutlich gezeigt, dass Smartphones entgegen mancherlei Beteuerungen und trotz theoretisch ausreichender Leistung kein adäquater Ersatz für PCs sind. Auch wenn sie inzwischen gerne auf 6,5 Zoll angewachsen sind, bleibt der Bildschirm für ernsthaftes Arbeiten und Lernen in den meisten Bereichen eben doch zu mickrig. Zudem fehlt es ihnen an Kompatibilität und Verbindungsmöglichkeiten. Selbst die wenigen Geräte die mit vermeintlichen Desktop-Lösungen daherkommen, können daran nichts ändern. So entscheiden sich sowohl im privaten als auch Business-Umfeld die allermeisten Kunden letztlich doch lieber für den zusätzlichen Kauf einer mobilen Arbeitsplattform.

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1. Goldrausch im PC-Markt
2. Fulminante Rückkehr der Tablets
3. Chromebooks gehen »durch die Decke«
4. Was bleibt vom Boom?

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