Aus für Pixelbooks

Google beerdigt eigene Chromebooks

16. September 2022, 8:29 Uhr | Lars Bube | Kommentar(e)
Google Pixelbook
© Google

Der Einbruch der Chromebook-Verkäufe und die angespannte wirtschaftliche Lage haben Google dazu veranlasst, die Entwicklung eigener Hardware für diesen Markt einzustellen. Damit wird es keine weiteren Pixelbooks mehr geben.

Nach zwei goldenen Jahren hat der Einbruch des PC-Marktes das Segment der Chromebooks besonders hart getroffen. Hatten sich die günstigen Geräte während der Pandemie noch hoher zweistelliger Zuwachsraten erfreut, gingen die Verkaufszahlen zuletzt um deutlich mehr als die Hälfte zurück. Dieser Einbruch fordert nun ein prominentes Opfer. Amerikanische Tech-Medien wie The Verge berichten unter Berufung auf firmeninterne Kreise, dass sich Google hardwareseitig aus dem Geschäftsfeld zurückziehen wird. Damit soll es künftig keine eigene Google-Hardware in Form der Pixelbooks mehr für das eigene Betriebssystem ChromeOS geben. Die Entwicklung neuer Modelle wurde demnach bereits eingestellt und die entsprechende Abteilung geschlossen. Die Mitarbeiter sollen stattdessen nun andere Projekte verstärken, insbesondere die Smartphone-Sparte.

Trotz der von Google-Chef Sundar Pichai angesichts der angespannten wirtschaftlichen und geopolitischen Lage angekündigten unternehmensweiten Sparmaßnahmen kommt dieser Schwenk doch einigermaßen überraschend. Immerhin hatte Google auf seiner Entwicklerkonferenz I/O im Frühsommer noch erste Ausblicke auf die nächste Generation der Pixelbooks gegeben. Diesen zufolge sollten die neuen Modelle erstmals von den selbst entwickelten Tensor-SoCs angetrieben werden und so einen weiteren Meilenstein in der Chromebook-Welt darstellen. Diese Pläne wurden nun aber offenbar auf Eis gelegt.

Die Pixelbooks hatten in den letzten Jahren zwar von der Fachpresse stets viel Lob für ihre gute Ausstattung und Verarbeitung sowie richtungsweise Flexibilität eingeheimst, letztlich aber nur wenig Anklang bei den Kunden gefunden. Die greifen auch bei Chromebooks lieber zu Geräten der etablierten Notebook-Hersteller, deren breites Angebot inzwischen von einfachsten Schulgeräten bis hin zu speziellen Business-Modellen reicht. Hier könnte Google zum Teil Opfer der eigenen Grundidee bei ChromeOS geworden sein, nach der das Betriebssystem auf allen Geräten in der Standardversion läuft.

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