Schwerpunkte

Rig-Hersteller setzt Verkauf aus

Hardware-Schwemme nach Mining-Verbot

30. Juni 2021, 12:20 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Hardware-Schwemme nach Mining-Verbot
© Bitmain

Bitmain bietet den Kunden Mining-Rigs bis hin zum speziell ausgestatteten Container als mobile Lösung

Das chinesische Vorgehen gegen Krypto-Coins zeigt Wirkung. Die Kurse fallen weiter und einige Miner geben auf und verkaufen ihre Hardware. Das zwingt jetzt sogar einen der größten Mining-Rig-Hersteller zu einem temporären Vertriebsstopp.

Die letzten Wochen haben gezeigt, dass es China mit seinem verschärften Vorstoß gegen das Mining von Krypto-Coins ernst meint. Das bisherige Eldorado der digitalen Goldschürfer wirft die Farmen rigoros aus dem Land. Wie groß der Einfluss dieses Schrittes ist, lässt sich nicht nur direkt an den weiter fallenden Kursen von Bitcoin, Ethereum und Co. ablesen, sondern auch indirekt an den Verwerfungen in ihrem Umfeld. Ein Beispiel dafür ist der Markt für Mining-Hardware, der aktuell mit gebrauchten Beständen von chinesischen Schürfern die ihr Geschäft aufgeben, regelrecht überflutet wird. Laut Informationen von Bloomberg sind die Preise für gebrauchte ASIC-Miner, also Komplettsystemen mit speziell für Kryptowährungen optimierten Chips, um etwa drei Viertel gefallen. Kosteten entsprechende Profi-Rigs von großen Herstellern wie dem Marktführer Bitmain Technologies oder Whatsminer auf dem Hoch des jüngsten Hypes im April noch etwa 600 Yuan (rund 80 Euro) pro THash/s, sind dafür jetzt nur noch etwa 150 Yuan fällig.

Wegen des Überangebots im Gebrauchtmarkt sind entsprechende neue Mining-Rigs aktuell sogar so gut wie unverkäuflich. Das hat Bitmain dazu gebracht, den Vertrieb einiger Produkte vorübergehend auszusetzen, bis sich die Lage wieder beruhigt hat, wie das Unternehmen in seinem Blog mitteilt. So sollen die von den Sanktionen hart getroffenen Kunden in China zudem eine Chance bekommen, ihre überschüssige Hardware möglichst schnell loszuwerden, um den Schaden so zumindest etwas eindämmen und mögliche Beschlagnahmungen durch die Behörden verhindern zu können. Darüber hinaus bietet Bitmain den betroffenen Hardware-Verkäufern an, Kontakte zu aktiven Mining-Unternehmen in anderen Ländern wie den USA, Russland, Norwegen und Kasachstan herzustellen, die Interesse an den gebrauchten Rigs zum Ausbau ihrer Rechenzentren haben. Solange die Turbulenzen andauern, will Bitmain selbst lediglich Mining-Rigs für kleinere Krypto-Währungen anbieten.

Ähnlich geht es auch anderen Rig-Herstellern, die nun nach Auswegen suchen müssen, um nicht allzu große Verluste einzufahren. So hat etwa der deutlich kleinere Anbieter Canaan angekündigt, den Hardware-Überschuss aus seiner Produktion selbst zum Schürfen zu nutzen, um die Folgen des Crashs in China etwas abzumildern.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen

Verwandte Artikel

WEKA FACHMEDIEN

Blockchain

Prozessor