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IT für Schulen und Schüler

Hürdenlauf für IT-Systemhäuser und Reseller

12. Juli 2021, 08:29 Uhr   |  Michaela Wurm | Kommentar(e)

Hürdenlauf für IT-Systemhäuser und Reseller
© wavebreak3 | Fotolia

Die milliardenschweren Pakete für die Digitalisierung der Schulen haben in der IT-Branche Goldgräberstimmung ausgelöst. Hersteller von PC-Hardware und IT-Infrastruktur hoffen auf gute Geschäfte. Für IT-Systemhäuser und Reseller hält das Geschäft mit Bildungseinrichtungen jedoch einige Hürden bereit.

Glänzende Geschäfte versprechen die milliardenschweren Bildungspakete, die der Bund für die Digitalisierung der Schulen geschnürt hat. Denn Deutschland hinkt hier seit vielen Jahren auch im europäischen Vergleich meilenweit hinterher. Die lange vernachlässigte Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik muss seit Beginn der Coronakrise mit Hochdruck nachgeholt werden. Allein der »DigitalPakt Schule« stellt 5,5 Milliarden Euro dafür bereit. Dazu kommen noch einmal jeweils 500 Millionen für die Anschaffung von Lehrer- und Schüler-Notebooks sowie für IT-Administratoren. Ein Großteil dieser Gelder ist noch nicht abgerufen. So wurden laut Samsung mit dem Stichtag 31. Dezember 2020 gerade erst 40.930 Tablets und Laptops für schulische Zwecke beschafft – für insgesamt 11 Millionen Schüler. Hier winkt also noch jede Menge Geschäftspotenzial.

Kein Wunder, dass sich die IT-Hersteller die Hände reiben und auf lukrative Projekte hoffen. Doch in der Praxis türmen sich für Systemhäuser und Reseller teils unüberwindlichen Hürden auf. »Von wegen glänzende Geschäfte«, schreibt ein Reseller aus Süddeutschland an ICT CHANNEL. »Wir bieten Schulen, Gemeinden, Schulämtern schon seit Jahrzehnten Hard- und Software aber auch Lösungen an. Auch entwickelten wir schon vor 20 Jahren ein Schulzeugnisprogramm und kennen Kultusministerien und Entscheidungsabläufe.« Und trotzdem sei für ihn dabei kaum etwas zu verdienen. Denn »selbst unsere Schule am Ort nimmt bestenfalls gespendete Computer an und verweist auf angeblich leere Kassen. Unser Schulamt kaufte zuletzt vor 15 Jahren ein Notebook für den Schulamtsleiter bei uns. Ansonsten sind viele Schulen und vor allem Lehrer beratungsresistent. Die bestellen lieber bei Amazon als beim angeblich zu teuren Händler vor Ort.« Sein ernüchterndes Fazit: »Alles in allem ein schwieriges Klientel«.

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1. Hürdenlauf für IT-Systemhäuser und Reseller
2. IT-Infrastruktur mangelhaft
3. Aufwendige Ausschreibungen
4. Notebooks kaufen allein, reicht nicht
5. Reseller erfolgreich mit Spezialisierung

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