IFA trotzt der Krise

IFA 2009: Topthema HDTV treibt den Umsatz der CE-Branche

3. September 2009, 10:06 Uhr | Joachim Gartz
Die meisten A-Brands der CE-Branche wie Philips, Sharp, Panasonic und Sony sind auf der IFA präsent und zeigen als wichtigsten Technik-Trend ultraflache LED-LCD-TVs.

Die IFA bewegt sich trotz Wirtschaftskrise in punkto Anzahl der Aussteller auf Vorjahresniveau. Die meisten Neuzugänge verzeichnet die Messe im Bereich der weißen Ware. Wichtigster Umsatztreiber für die CE-Branche sind aber nach wie vor HD-Flat-TVs, die zunehmend Web-Anwendungen bieten und durch den Einsatz von LED-Technologie immer sparsamer werden.

Im Gegensatz zu den beiden anderen großen Technologie-Events, CES und CeBIT, kommt die IFA relativ ungeschoren durch die Wirtschaftskrise. Laut Messeveranstalter erreicht die weltweit größte Messe für Unterhaltungselektronik dieses Jahr mit 200.000 Quadratmeter Fläche erneut Vorjahresniveau. »Wir haben keine großen Aussteller verloren, sondern im Gegenteil sogar einige dazu gewonnen«, erklärt gfu-Sprecher Roland M. Stehle im Gespräch mit digital living. Einige Unternehmen sind nach einigen Jahren Messe-Abstinenz 2009 wieder in Berlin vertreten, darunter Pioneer und Headset-Spezialist Sennheiser. Netzbetreiber Vodafone ist nach drei Jahren Pause dieses Jahr mit einem großen Stand in Halle 18 vertreten. Zum ersten Mal sind Kenwood und JVC mit einem gemeinsamen Stand auf der IFA. Harman International belegt nicht nur eine große Fläche um den Funkturm, sonder hat gleich das ganze IFA-Wahrzeichen angemietet. 2009 auch wieder dabei sind die großen UE-Fachhandelskooperationen EP, Euronics, Expert, Telering und EK Service Group.

Auch dank einiger Rückkehrer und Neuzugänge ist der Bereich Unterhaltungselektronik auf der diesjährigen IFA wieder stark vertreten. Die Zahl der IT-Hersteller liegt laut Stehle 2009 in etwa auf Vorjahresniveau. Die meisten Neuzugänge verzeichnet die IFA aber im Bereich weiße Ware, der im vergangenen Jahr neu aufgenommen wurde und für einen kräftigen Zuwachs bei der Ausstellungsfläche gesorgt hatte. Dieses Jahr sind zwei weitere Hallen für Haushaltsgeräte dazu gekommen. 2008 waren die Hallen 1.1 bis 4.1 mit Haushaltgeräten belegt, 2009 sind die Hallen 1.1 bis 7.1 fest in der Hand der Weißen Ware.

Ergänzt wird die IFA durch eine Vielzahl begleitender Veranstaltungen und Kongresse. Unter dem Titel medienwoche@IFA findet zeitgleich zur IFA die Berliner Medienwoche 2009 statt. Dabei bilden die Konferenzen, Podien und Keynotes von Medienboard, Medienanstalt Berlin-Brandenburg und des IFA-Veranstalters gfu wieder ein gemeinsames Kongressprogramm.

Im Technologie-Forum IFA TecWatch in Halle 5.3 präsentiert die IFA Ideen und Lösungen für den Lebensstil von morgen: interaktive Medien, die Fernsehen und Internet verschmelzen, innovative Technologien zur Automatisierung des Haushalts und zur Schonung natürlicher Ressourcen sowie faszinierende neue Anwendungen für die mobile Unterhaltung, Kommunikation und Navigation. IFA TecWatch wendet sich nicht nur an Experten und Industrie-Entscheider.

Attraktive Angebote für Fachbesucher

Wie in den Vorjahren bietet die IFA auch wieder eine ganze Palette von Angeboten für Fachbesucher. So starten jeden morgen um 10 Uhr die täglichen IFA-Fachbesucherführungen am Fachbesucher-Empfang Eingang Süd Halle 1.1 / 2.1. Nachmittags beginnen die IFA-Fachbesucher-Führungen täglich um 13.30 Uhr in Halle 24. Geplant sind acht thematische Führungen bei denen jeweils 3-4 namhafte Markenhersteller besucht werden. Themen der Vormittag-Führungen sind unter anderem Home Cinema, IPTV/WebTV, 3D-Fernsehen.

Die Fachbesucher-Führungen am Nachmittag informieren über TV wireless HD, Entertainmentcenter und Mediaserver, Digital Imaging (Foto/Video). Die kostenlosen Führungen dauern eineinhalb Stunden. Die Anmeldung dafür kann direkt am Internationalen Fachbesucherempfang vorgenommen werden, der täglich ab acht Uhr, zwei Stunden vor Messebeginn geöffnet ist. Für Fachbesucher gibt es dort beispielsweise ein kostenloses Frühstück, ein Fachbesucherpackage mit dem Messekatalog und Berlin-Infos. Außerdem stehen dort Konferenz- und Meetingräume und eine Lounge mit kostenlosem Internet-Zugang bereit. Vom Flughafen Tegel gibt es einen kostenlosen Shuttlebus für Fachbesucher direkt zum südlichen Haupteingang der IFA. Parkmöglichkeiten gibt es unter anderem am Olympiastadion mit einem Shuttlebus zum Messegelände. Auch auf dem Messegelände selbst stehen kostenfreie Shuttlebusse speziell für Fachbesucher zur Verfügung.

Flat-TVs treiben den CE-Markt

Digitale Flat-TVs mit HD-Auflösung sind der wichtigste Umsatzmotor für die CE-Branche und werden auch in diesem Jahr in Berlin das Bild der IFA prägen. Bei der Mehrzahl der deutschen Haushalte stehen noch analoge Röhrengeräte in den Wohnzimmern. Trotz Wirtschaftskrise läuft das Geschäft mit Flachbildfernsehern deshalb sehr gut. »Vor allem durch den Verkauf von Flat-TVs ist der Mark für Unterhaltungselektronik von der Krise bisher weitaus weniger stark getroffen worden als andere Branchen«, erklärt Jürgen Boyny, Chef der Gesellschaft für Konsumforschung gegenüber Computer Reseller News. »Absolutes Trendthema auf der IFA wird HD-Fernsehen sein.« Nachdem sich das Blu-ray-Format endgültig etabliert habe, liege das Interesse nun vor allem auf den Aktivitäten der Broadcaster.

Auf der IFA feiert in diesem Jahr die neue LED-Backlight-Technologie für Flachbildfernseher ihr Debüt, die bei den meisten großen Herstellern zu sehen ist. Die beim Hersteller Sharp (Halle 3.2a, Stand 101) flächig hinter dem LC-Display angeordneten LEDs liefern im Vergleich zu der alternativen Technologie mit seitlich angeordneten Leuchtdioden eine gleichmäßige Ausleuchtung und einen noch intensiveren Farbeindruck. »Politisch korrekt« ist bei den neuen »Aquos«-LED-Modellen von Sharp auch die »Eco Control«-Taste auf der Fernbedienung mit der sich der Stromverbrauch des Fernsehers regeln lässt. Mit der SV-Serie stellt auch Toshiba (Halle 21, Stand 101) seine ersten TV-Modelle mit LED-Backlight-Technologie vor. Die SV-Reihe verfügt über eine automatische Optimierung der Bildeinstellung mittels »AutoView«. Punkten soll die neue Modellreihe zudem durch ihren geringen Stromverbrauch, der durch die Kombination aus LED-Backlight, »Local Dimming« und »Auto View« möglich ist. Sony (Halle 4.2, Stand 101) setzt dagegen bei seiner neuen »Bravia«-Z5-Serie auf 200-Hertz-Technologie, um ultrascharfe Bilder zu produzieren. Die Z5-Serie soll darüber hinaus durch ein neues Design, einen optimierten Bildprozessor und Strom sparende Eco-Funktionen überzeugen.


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