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Neue Sparte für Auftragsfertigung

Intel baut neue Chipfabriken in USA und Europa

23. März 2021, 21:50 Uhr   |  Michaela Wurm | Kommentar(e)

Intel baut neue Chipfabriken in USA und Europa
© Intel

Intel-Chef Pat Gelsinger

Intels neuer CEO Pat Gelsinger plant milliardenschwere Investitionen in die Chip-Produktion. Wegen der enormen Nachfrage nach Halbleitern wird Intel neue Fabriken in den USA und Europa bauen. Außerdem entsteht eine neue Sparte für Auftragsfertigung.

Unter seinem neuen CEO will Intel wieder in seine Kernkompetenz, der Produktion von Computerchips, investieren. Wie Pat Gelsinger gestern in einem Webcast ankündigte, nimmt der Chip-Riese Milliarden von Dollar in die Hand, um neue Fertigungskapazitäten in den USA, aber auch in Europa aufzubauen. Aber auch die Zusammenarbeit mit Auftragsfertigern soll weiter ausgebaut werden, um flexibler auf die anhaltend starke Nachfrage nach Halbleitern reagieren zu können. Der Großteil der Intel-Chips werde aber weiterhin in den hauseigenen Fabriken hergestellt, wie Gelsinger betonte.

Und nicht zuletzt will Intel seine neuen Produktionskapazitäten auch anderen Unternehmen für die Auftragsfertigung zur Verfügung stellen. Dafür wird eine eigene Sparte für Auftragsfertigung gegründet. Die »Intel Foundry Services« (IFS) steht unter der Leitung von Randhir Thakur, der direkt an Gelsinger berichtet. In Intels Fabriken in den USA und Europa sollen künftig im Kundenauftrag Chips gefertigt werden und zwar sowohl x86-CPUs aber auch Produkte aus dem ARM- and RISC-V-Ökosystem.

Intels Fab 42 auf dem Ocotillo Campus in Chandler, Arizona
© Intel

Intels Fab 42 auf dem Ocotillo Campus in Chandler, Arizona

Als erste Maßnahmen baut der Konzern zwei neue Fabriken im US-Bundesstaat Arizona, für die sich die Investitionen auf etwa 20 Milliarden Dollar (aktuell rund 16,9 Milliarden Euro) belaufen. In den nächsten Monaten will der Konzern auch den Ausbau der Kapazitäten in Europa konkretisieren.

Die EU sei bereits heute ein sehr wichtiger Standort für Intel, erklärt Christin Eisenschmid, Geschäftsführerin der Intel Deutschland. »Seit 1989 haben wir 15 Milliarden US-Dollar in die aktuelle Produktionskapazität in Irland investiert. Damit ist Intel einer der größten und fortschrittlichsten Hersteller von Halbleiterprodukten in der Region, aber wir machen nicht Halt.« Um die verfügbaren Produktionsflächen von Intel in Irland und Europa mehr als zu verdoppeln, habe Intel von 2019 bis 2021 weitere 7 Milliarden US-Dollar in eine aktuelle Expansion investiert. »Diese Investition soll Intels neueste 7nm-Prozesstechnologie in unsere Region bringen und Fertigungsabläufe erweitern.« Intel wolle dabei auch seinen Beitrag zur Erfüllung des Ziels der EU leisten, bis zum Jahr 2030 20 Prozent der Weltproduktion an Halbleitern einschließlich Prozessoren in Europa zu fertigen.

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