Steigende Preise für Heimelektronik

ITK-Produkte treiben das Consumer-Geschäft

4. März 2022, 17:01 Uhr | Lars Bube | Kommentar(e)
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Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 49 Milliarden Euro mit Home Electronics umgesetzt, 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Wachstum resultiert fast ausschließlich aus der steigenden Nachfrage nach ITK-Produkten, Unterhaltungselektronik war hingegen weniger gefragt als 2020.

Die 2020 von Corona und den Lockdowns stark angeheizte Nachfrage nach Heimelektronik ist im vergangenen Jahr wieder spürbar abgeflaut, wenn auch weiterhin auf hohem Niveau. Der von der GfK und gfu erstellte HEMIX-Index für Home Electronics weist für das Jahr 2021 nur noch einen schwachen Umsatzanstieg von 3,1 Prozent auf 49 Milliarden Euro aus, rund ein Viertel des Zuwachses aus dem Vorjahr. Zudem speiste sich dieses schwache Wachstum nahezu komplett aus der anhaltend hohen Nachfrage der Konsumenten nach ITK-Produkten und Elektro-Hausgeräten, während sich die Umsätze und Absatzzahlen im Bereich der Unterhaltungselektronik rückläufig entwickelten – obwohl die durchschnittlich von den Endkunden gezahlten Preise in allen Bereichen weiter gestiegen sind.

Mit privat genutzten IT-Produkten wurden vergangenes Jahr in Deutschland über 8,7 Milliarden Euro umgesetzt, weitere 3,1 Prozent mehr als 2021. Ohne die das ganze Jahr zu verzeichnenden Verknappungen bei Komponenten und Geräten wäre hier sogar noch mehr möglich gewesen. Besonders deutlich zeigte sich das bei den Notebooks, dem großen Trendprodukt der letzten Jahre und großen Kassenschlager des Vorjahres. Aufgrund eines gewissen Sättigungseffektes sank zwar das Interesse der Privatkunden an mobilen Einsteigergeräten für Homeschooling und Homeoffice etwas, überstieg jedoch, verschärft durch die Priorisierung der Business-Linien auf Seiten der Hersteller, insgesamt noch immer das Angebot. Weil auch etwas teurere Consumer-Geräte dadurch oft nicht oder nur mit einiger Wartezeit geordert werden konnten und sich verteuerten, griffen viele Kunden auf der Suche nach einer schnell verfügbaren Alternative stattdessen zu günstigeren Tablet-PCs.

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Trotz aller Verwerfungen haben die deutschen Privatkunden 2021 erneut etwas mehr für Elektronikprodukte ausgegeben
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Während deshalb sowohl die Absatzzahlen von Notebooks, als auch der damit erwirtschaftete Umsatz in 2021 leicht absanken, erlebten die Tablet-PCs einen unerwarteten Aufschwung. Deutlich weniger gefragt waren bei den Privatkunden indes die klassischen Desktop-PCs, die sich in diesem Segment immer mehr zum Nischenprodukt für Gamer entwickeln. In allen drei PC-Kategorien verzeichneten die Marktforscher zwischen 6 und 11 Prozent gestiegene Durchschnittspreise.

Weiter aufgerüstet haben die deutschen Haushalte im letzten Jahr auch ihre heimischen TK-Umgebungen. Der mit Telekommunikationsprodukte erzielte Umsatz kletterte um 7 Prozent auf knapp 13,6 Milliarden Euro nach oben. Besonders beliebt waren hier vernetzte Geräte wie Smartwatches, bei denen der HEMIX ein Umsatzplus von 19,4 Prozent ausweist. Aber auch mit Smartphones wurden 6,3 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr erzielt. Dazu trug auch hier der um 11,2 Prozent auf 555 Euro angestiegene Durchschnittspreis seinen Teil bei.


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