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100.000 neue Mitarbeiter

Jobmaschine Amazon

14. September 2020, 15:24 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Jobmaschine Amazon
© Amazon

2015 hatte der Amazon-Konzern gerade einmal 230.000 Mitarbeiter, im März 2020 waren es bereits 840.000

Corona hat Amazon noch mächtiger gemacht, der E-Commerce-Riese könnte bald die Schwelle von einer Million Beschäftige knacken. Nur ein US-Wettbewerber hätte dann immer noch mehr als doppelt so viele Angestellte.

Wenn brisante Themen zur Sprache kommen oder die Neidgesellschaft bedient werden will, ist immer und stets Amazon und sein Gründer Jeff Bezos mit von der Partie. Und es gibt ja in Tat auch viel zu kritisieren bei Punkten wie Digitalsteuer, monopolartige Techriesen, Datenkraken oder der Legitimität von unvorstellbarem Vermögen – konzentriert in der Hand der reichsten Unternehmer dieser Welt. Mit 200 Milliarden Dollar Privatvermögen hat Amazon-Gründer Bezos kürzlich diese Rekordmarke geknackt, die den sprichwörtlichen König Krösus hätte erblassen lassen. 

Anders als Microsoft-Gründer Bill Gates und andere wohlhabende US-Milliardäre, die große Teile ihres Vermögens für wohltätige Zwecke spenden,  hält Bezos nicht viel von Charity-Wohltaten. Seine Spendentätigkeit ist – im Maßstab dieser Kreise gesehen – eher übersichtlich. Unternehmer Bezos steckt sein Geld lieber in Unternehmungen, die Arbeitsplätze schaffen. Und das nicht zu knapp. 

Schon jetzt belegt der Amazon-Konzern  mit rund 840.000 Beschäftigen einen Platz unter den zehn Konzernen mit den meisten Mitarbeitern. Und die Jobmaschine Amazon nähert sich mit raschen Schritten der Marke von einer Million. 

Die Corona-Krise hat das Vermögen von Bezos schlagartig wachsen lassen. Im engen Zusammenhang damit stellt Amazon auch kräftig ein. Nun wurde bekannt, dass der weltweit größte Online-Händler 100.000 neue Voll- und Teilzeitstellen in den USA und Kanada schaffen will. Noch in diesem Monat nehmen Amazon-Mitarbeiter in rund 100 neuen Betriebsgebäuden ihre Arbeit auf – und zwar in Logistik-Zentren, Auslieferungsstationen oder Sortierzentren. 

Dabei versucht Amazon sich ein Image als »guter« Arbeitgeber zu geben, der zwar viel von seinen Mitarbeitern verlange, aber ihnen eine Zukunft biete, wie man gelegentlich zur besten Werbezeit vor der Tagesschau in kurzen Spots sehen und hören kann. In den USA zahle Amazon eigenen Angaben zu Folge mindestens 15 Dollar pro Stunde Anfangsgehalt und damit doppelt so viel wie der gültige Mindestlohn von 7,25 Dollar. Allerdings haben in den USA zum Teil Bundesstaaten, Städte und Gemeinden eigene Mindestlohnbestimmungen. So liege der Mindestlohn in der Amazon-Heimatstadt Seattle für Unternehmen mit 501 Beschäftigten oder mehr bei 16,39 Dollar pro Stunde, schreibt dpa. In  einigen Städten lockt Amazon neue Mitarbeiter mit Prämien von bis zu 1.000 Dollar, einer Gesundheitsversicherung, Elternzeit sowie einer betriebliche Altersvorsorge. 

2015 hatte der Amazon-Konzern  gerade einmal etwas mehr als 230.000 Mitarbeiter. 2021 könnten es mehr als vier Mal so viele sein. Dann wäre Amazon aber immer noch in etwa halb so groß wie Walmart. Die weltweit tätige US-Handelskette kommt aktuell auf 2,2 Millionen Beschäftige. Und auch beim Umsatz ist der Abstand zwischen alter und neuer Handelswelt noch enorm. Walmart kommt auf mehr als eine halbe Billion US-Dollar, während Amazon vergangenes Geschäftsjahr 280,5 Milliarden Dollar umsetzte.

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