Hardware für Leseratten

Kaufberater: E-Book-Reader

18. Januar 2012, 13:13 Uhr |

Fortsetzung des Artikels von Teil 3

Lesestoff gefällig

Bei Sonys Reader blättert der Leser über den Touchscreen oder die Tasten. Neben Büchern kann er auch MP3-Songs genießen.
Bei Sonys Reader blättert der Leser über den Touchscreen oder die Tasten. Neben Büchern kann er auch MP3-Songs genießen.

Aber egal, für welchen E-Book-Reader sich ein Bücherwurm entscheidet, das Gerät ist Mittel zum Zweck und der ist eindeutig das Lesen. Für die knapp hundert Euro, die Vielleser für einen E-Book-Reader auf die Theke legen müssen, steht noch kein einziges Buch in der elektronischen Bibliothek. Dafür stellen sich echte Bibliophile ganze zehn Taschenbücher ins Regal und machen sie nach der Lektüre über den Marktplatz eines Online-Buchhändlers wieder zu Geld. Um die digitale Bibliothek aufzustocken, müssen die E-Leseratten recht tief in die Tasche greifen. Verleger in Deutschland haben mit E-Books 2010 einen Umsatz von 21,1 Millionen Euro erwirtschaftet, meldet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Was nach viel klingt, entspricht aber gerade mal 0,5 Prozent des gesamten Buchmarktes in Deutschland. Ganz anders stellt sich der USamerikanische Markt dar: E-Books erreichten dort 2010 immerhin schon 8,3 Prozent des Marktanteils. Dabei kauften amerikanische Leser ganze 327 Millionen E-Books. Dass auch hierzulande eine Kehrtwende ansteht, lässt sich nicht nur an den Prognosen der Marktforscher ablesen, sondern auch an dem unmittelbaren Käuferverhalten. So sieht beispielsweise Amazon, dass auch in Deutschland dieselben positiven Trends wie in den USA und Großbritannien erkennbar sind.

Kunden, die einen Kindle besitzen, kaufen dreimal so viele Bücher als zuvor. Dabei bietet Amazon im Kindle-Shop mehr als 800.000 E-Books an, darunter 78 der 100 Spiegel-Bestseller. In dem gesamten Angebot finden sich immerhin noch 40.000 deutschsprachige Bücher. Dazu zählen aber die kostenlosen deutschen Klassiker, die es auch in den anderen Online-Buchhandlungen von Libri, Thalia, Buch.de oder Hugendubel gibt. Wer aber aus dem aktuellen Sortiment ein elektronisches Buch auf seinen Reader laden will, zahlt dafür fast so viel wie für die gebundene Ausgabe. So sind E-Books hierzulande ungefähr 20 Prozent billiger als das gedruckte Buch. In den USA ist dies durchaus anders. Selbst Bestseller kosten dort nicht einmal halb so viel wie das gedruckte Buch.

So verwundert es nicht, dass in den USA Vielleser immer häufiger zu E-Books greifen. Laut Amazon konnte der Online-Buchladen im Juli 2010 bereits mehr E-Books verkaufen als Bücher mit festem Einband. Und keine vier Jahre nach dem Start des Kindle verkaufte Amazon.com mehr E-Books als Hardcover und Taschenbücher zusammen. Verantwortlich für die hohen Preise für digitalen Lesestoff in deutschen Online-Buchläden sind der höhere Mehrwertsteuersatz – bei Büchern liegt er bei 7 Prozent, während auf E-Books 19 Prozent entfallen – und die Buchpreisbindung. Dadurch kosten Bücher, ganz gleich wo sie gekauft werden, gleichviel. Und weil ein elektronisches Buch im Wesentlichen der gedruckten Variante entspricht, gilt die Buchpreisbindung auch dafür. Außerdem führen die Verlage gern ins Feld, dass für E-Books Datenbanken gepflegt und Server zur Verfügung gestellt werden müssen, was zusätzliche Kosten verursacht.

Angesichts der Preispolitik deutscher Verlage überrascht es nicht, dass auch Leseratten dazu neigen, illegalen Content aus dem Netz herunterzuladen. Nach einer Studie des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen sollen 2010 insgesamt 14 Millionen E-Books aus illegalen Quellen bei deutschen E-Buchwürmern gelandet sein. Häufig wurden diese digitalen Bücher übrigens per E-Mail ausgetauscht.


  1. Kaufberater: E-Book-Reader
  2. Leichter lesen
  3. Fast wie auf Papier
  4. Lesestoff gefällig
  5. Alles eine Formatfrage
  6. Bücher laden
  7. Parallel lesen
  8. TIPP: E-Books ausleihen

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