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Weltweiter PC-Absatz erneut gestiegen

Knappe Komponenten dämpfen PC-Markt-Wachstum

13. Juli 2021, 10:36 Uhr   |  Michaela Wurm | Kommentar(e)

Knappe Komponenten dämpfen PC-Markt-Wachstum
© Siwakorn / AdobeStock

Die Nachfrage nach PCs ist laut Gartner immer noch höher als vor der Pandemie. Nach dem Rekordwachstum im 1. Quartal 2021 fiel der Anstieg im 2. Quartal aber schächer aus. Schuld sind vor allem die Lieferengpässe bei Komponenten.

Weltweit wurden auch im 2. Quartal 2021 deutlich mehr Computer verkauft als im Vorjahreszeitraum. Dem Marktforschungsunternehmen Gartner zufolge stieg der Absatz um 4,6 Prozent auf 71,6 Millionen PCs. Die Nachfrage sei damit zwar immer noch höher als vor der Pandemie, dennoch sei der Anstieg deutlich schächer als das Rekordwachstum im ersten Quartal des Jahres mit 35,7 Prozent, so die Analysten.  Sie führen das gedämpfte Wachstum zum Teil auf die aktuelle Bauteilknappheit zurück.

„Aufgrund der weltweiten Halbleiterknappheit und der daraus entstandenen Engpässe bei der Komponentenversorgung beträgt die Vorlaufzeit für einige PC-Modelle nun bis zu 120 Tage“, erklärt Mikako Kitagawa, Research Director bei Gartner. „Den dadurch entstandenen Preisanstieg geben die Anbieter an den Endkunden weiter. Diese teuren Stückpreise werden die PC-Nachfrage in den nächsten 6 bis 12 Monaten vermutlich noch weiter bremsen.“

Nicht alle Hersteller auf der Überholspur

Weltweite PC-Verkäufe 2Q21 (Stückzahlen in 1.000 / Marktanteile in Prozent)
© Gartner

Weltweite PC-Verkäufe 2Q21 (Stückzahlen in 1.000 / Marktanteile in Prozent)

Von der hohen Nachfrage profitieren derzeit so gut wie alle PC-Hersteller, aber nicht ale gleich stark. So besteht laut Gartner die weltweite Führungsgruppe unverändert aus Lenovo, HP und Dell.

Weltmarktführer Lenovo verzeichnete das fünfte Quartal in Folge ein Wachstum im Jahresvergleich. Das blieb allerdings mit 3,6 Prozent hinter dem des gesamten PC-Marktes zurück. Gartner führt das trotz allem beständige Wachstum zum Teil auf die hauseigene Fertigung zurück, die Lenovo eine bessere Kontrolle über die knappen Komponenten ermöglicht als seinen Konkurrenten, die ihre Produktion an Auftragsfertiger ausgelagert haben.

Rückläufig waren die Verkaufszahlen dagegen bei Verfolger HP. Nach einer deutlichen Erholung im letzten Quartal gingen die Verkaufszahlen der weltweiten Nummer zwei im PC-Markt im 2. Quartal 2021 um 11,3 Prozent zurück. Lieferengpässe bei Unternehmens-Notebooks sowie Lieferrückgänge in Nordamerika und EMEA trugen laut Gartner zu diesem Rückgang bei.

Dell wiederum schaffte das dritte Quartal in Folge ein Wachstum im Vergleich zum Vorjahr. Laut Gartner verzeichnete der US-Hersteller bei Desktop-PCs ein besonders starkes Wachstum von über 40 Prozent, bei den mobilen PCs aber nur ein einstelliges Wachstum, was mit den langen Lieferzeiten aufgrund von Komponentenmängeln zusammenhing.

Die folgenden drei Anbieter – Apple, Acer und Asus – wuchsen schneller als der Markt, was die Analysten auf die verbesserte Verfügbarkeit von Consumer-PCs zurückführen. Der Markt für Consumer-PCs war weniger von Lieferengpässen betroffen als der Enterprise-Markt, da die Hersteller beim Systemdesign der Consumer-Modelle flexibler agieren und so bestimmte Lieferengpässe umgehen können.

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