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Viel Leistung mit vielen Einschränkungen

M1: Apple krönt sich selbst zum CPU-König

12. November 2020, 15:57 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

M1: Apple krönt sich selbst zum CPU-König
© Apple

In seinen Werbebotschaften verkauft Apple den Umstieg von Intel-CPUs auf die eigene M1-Plattform als großen Fortschritt. Mag das zwar in einigen Bereichen sowie vor allem für den Hersteller gelten, erwarten die Nutzer damit jedoch in der Praxis einige Probleme.

Im Vergleich zur im PC-Geschäft seit nunmehr über 30 Jahren dominierenden Wintel-Allianz wechselt Apple die CPU-Plattformen und -Hersteller wie andere ihre Unterhemden. Nach MOS Technology und SynerTek ging es mit der Einführung der ersten Macs erst zu Motorola 68000 (1984-1995), dann kamen Power-PC-Prozessoren (1995 - 2005), bevor auch Apple 2006 zu Intel wechselte. Selbst im Apple-Lager bestreitet kaum jemand, dass dies ein wichtiger Schritt war um den Macs neue Welten zu erschließen und sie vor allem im Arbeitsumfeld Mainstream-fähig zu machen. Jetzt wurde der nächste Wechsel eingeläutet und glaubt man Apples Marketingabteilung, ist die Einführung der neuen Macbooks mit M1-Prozessor der wichtigste all dieser Schritte. Schon im Vorfeld versprach Apple eine regelrechte CPU-Revolution und liefert nun bei der Präsentation und Bewerbung gleich eine ganze Latte von Hochleistungsrekorden.

Bei genauem Hinsehen bleibt davon allerdings an vielen Stellen nicht viel übrig, als genauso lautes wie inhaltsleeres Marketinggetöse. So soll der M1 im neuen Macbook Air etwa »schneller als die Prozessoren in 98 Prozent der in den vergangenen 12 Monaten verkauften PC-Laptops« (x86) sein. Schon dass Apple zum Beweis dieser mehr als starken Kampfansage an Intel und auch AMD nur nebulös auf »Standard-Benchmaks« verweist, ohne diese zu nennen, macht etwas skeptisch. Kurioser Weise verweist das Unternehmen in den Fußnoten zu dieser das Macbook Air betreffenden Aussage darauf, dass auf eigener Seite ein Vorserienmodell des neuen Macbook Pro mit dem M1 und 16 GByte RAM für die Tests genutzt wurde. Da sich die beiden Systeme in ihrer Leistung nicht allzu sehr unterscheiden dürften, sollte das zwar keine allzu große Rolle spielen, ist aber doch etwas verwunderlich.

Völlig unklar ist zudem, welche Vergleichssysteme den neuen M1-Macbooks entgegengestellt wurden. Hier wird lediglich erklärt, es handle sich um »aus öffentlich verfügbaren Verkaufsdaten ersichtliche PC-Konfigurationen«. Mit dieser Nicht-Aussage schafft sich Apple einigen Interpretationsspielraum.

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