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Brennstoffzellen statt Dieselgenerator

Microsoft testet erfolgreich Wasserstoff für Notstromversorgung

03. August 2020, 16:22 Uhr   |  Stefan Adelmann | Kommentar(e)

Microsoft testet erfolgreich Wasserstoff für Notstromversorgung
© Microsoft

Microsoft hat Brennstoffzellen mit Wasserstoff eingesetzt, um eine Server-Reihe in einem seiner Rechenzentren mit Strom zu versorgen. Der erfolgreiche Test soll jetzt ausgeweitet werden, um eine Alternative zu Diesel-Notstromaggregaten zu ermöglichen.

Microsoft hat über 48 Stunden hinweg eine Server-Reihe in einem seiner Rechenzentren mit Wasserstoffbrennzellen betrieben, wie das Unternehmen berichtet. Insgesamt hatte das System eine Leistung von 250 Kilowatt, im nächsten Schritt wollen die Redmonder ein System mit drei Megawatt testen, das es dann problemlos mit gängigen Dieselgeneratoren aufnehmen könnte.

Kommt es zu Stromausfällen, springt in Rechenzentren meist ein Diesel-Notstromaggregat ein, um einen reibungslosen Betrieb zu sichern und einen drohenden Datenverlust zu verhindern. Doch die Dieselgeneratoren bringen einige Nachteile mit sich. Sie erfordern in vielen Fällen einen hohen Wartungsaufwand, sind oftmals laut, unflexibel und nicht zuletzt tragen sie durch ihren Schadstoff- und CO2-Austoß nicht gerade zur Klimaneutralität von Datacentern bei. Aufgrund dieser und weiterer Gründe sind bereits seit einiger Zeit verschiedene Alternativen im Gespräch, von denen Microsoft die Wasserstoff-Option jetzt erfolgreich getestet hat.

Zwar tragen die derzeit noch im Einsatz befindlichen Diesel-Aggregate bei den Redmondern laut eigenen Angaben nur ein Prozent zu den unternehmensweiten CO2-Emissionen bei. Der Austausch durch Brennstoffzellen wäre dennoch ein nicht unerheblicher Schritt im Zuge von Microsofts Strategie, bis 2030 klimaneutral zu werden. Die Idee, die Datacenter »mit grünem Wasserstoff zu betreiben«, passe genau zum allgemeinen CO2-Commitment des Unternehmens, sagt Mark Monroe, ein in den Test involvierter Microsoft-Ingenieur. Um ein Rechenzentrum über 48 Stunden komplett zu betreiben, werden jedoch bis zu 100 Tonnen Wasserstoff für die Generatoren benötigt, wie Monroe erklärt. Daher habe es bereits interne Diskussionen gegebenen, wie Microsoft diese Versorgung absichern und selbst die Wasserstoff-Wirtschaft »anspornen« könne.

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