Studie zum Status quo von Rechenzentren

Optimierungspotenzial bleibt oft ungenutzt

9. August 2021, 13:08 Uhr | Klaus Stöckert/jos | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Hardware wird heterogener und läuft länger

Technogroup RZ-Studie 2021
Ein Trend setzt sich fort: Hardware im Rechenzentrum ist deutlich länger im Einsatz, als es der Service-Zeitraum der Hersteller vorsieht.
© Technogroup

Ein Grund für externe Partner dürfte die zunehmende Komplexität und Heterogenität der IT-Infrastruktur sein. Auf die Frage, ob im Rechenzentrum der Studienteilnehmer Hardwarekomponenten verschiedener Hersteller im Einsatz sind, antworten nur elf Prozent mit Nein. 2019 gaben bei einer Studie der Technogroup noch fast doppelt so viele Befragte an, Komponenten ausschließlich eines Herstellers zu verwenden. Mit 60 Prozent hat die Mehrzahl der aktuell Befragten Geräte von bis zu fünf verschiedenen Herstellern im Einsatz. 18 Prozent verzeichnen sogar eine noch stärkere Heterogenität.

Auch ein weiterer Trend setzt sich fort: Hardware im Rechenzentrum ist deutlich länger im Einsatz, als es der Service-Zeitraum der Hersteller vorsieht. Im Jahr 2019 gaben fast 60 Prozent der Befragten der Technogroup-Studie an, ihre Hardware im Rechenzentrum bis zu zehn Jahre und länger zu nutzen. Gerade einmal drei Prozent sahen damals in dem von den Herstellern vorgegebenen Produktlebenszyklus von maximal fünf Jahren eine verbindliche Angabe zur Lebensdauer. Für 18 Prozent war es eine Empfehlung. 37 Prozent werteten die Frist der Hersteller als Verkaufsargument für neue Hardware, und weitere 28 Prozent fanden, dass diese Angabe nicht ernst zu nehmen sei.

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Diese Auffassung setzt sich in der aktuellen Studie fort. Nur zwei Prozent der im Jahr 2020 Befragten nutzen Hardware im Rechenzentrum entsprechend dem Garantiezeitraum, 23 Prozent entsprechend dem Service-Zeitraum der Hersteller, und 68 Prozent der Befragten nutzen ihre Hardware über das End of Service Life (EOSL) hinaus. Die lange Nutzung der Geräte erklärt, warum 68 Prozent der Teilnehmer die Frage, ob sie Laufzeit-Service-Verträge mit den einzelnen Hersteller nutzen, mit „Ja, zum Teil“ beantworten. Es stellt sich also die Frage, wer den anderen Teil der Wartung übernimmt.

Je komplexer und heterogener die IT-Infrastruktur eines Unternehmens ist, desto aufwendiger, komplizierter und personalintensiver gestaltet sich die Wartung. Sind Geräte unterschiedlicher Hersteller im Einsatz, verlangt die Wartung ein umfangreiches Fachwissen zu jedem Gerät. Für viele IT-Abteilungen ist dies personell schwierig zu gewährleisten. Gleiches gilt für einen technischen 24/7-Bereitschaftsdienst für kritische Systeme. Zwei wichtige Punkte, die in den Bereich des Optimierungspotenzials fallen.


  1. Optimierungspotenzial bleibt oft ungenutzt
  2. Hardware wird heterogener und läuft länger
  3. Herstellerübergreifende Wartung
  4. Frei verfügbare Firmware

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