Studie zum Status quo von Rechenzentren

Optimierungspotenzial bleibt oft ungenutzt

9. August 2021, 13:08 Uhr | Klaus Stöckert/jos | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Herstellerübergreifende Wartung

Technogroup RZ-Studie 2021
Herstellerübergreifende Wartung scheint für viele Unternehmen eine Möglichkeit zur Kostensenkung zu sein.
© Technogroup

Die Kosten für den Betrieb des Rechenzentrums senken und dabei die Qualität des IT-Betriebs aufrechterhalten – mehr als drei Viertel (76 Prozent) der Teilnehmer der aktuellen Technogroup-Studie befinden sich aktiv auf der Suche nach Möglichkeiten, dies zu erreichen. Dieser Wert setzt sich aus den Ergebnissen der Befragung des freien Markts sowie der Kunden der Technogroup zusammen. Der Dienstleister von Third-Party Maintenance (TPM) bietet herstellerübergreifende Wartung von Hardware im Rechenzentrum an. Interessant bei dieser Frage der Studie: Während 83 Prozent der Marktvertreter nach genannten Möglichkeiten suchen, sind es bei den Kunden der Technogroup lediglich 39 Prozent. Herstellerübergreifende Wartung scheint folglich für viele Unternehmen eine attraktive Option zu sein.

Das TPM-Konzept ist kostengünstiger als die Wartung durch den Hersteller. Die Analysten von Gartner schätzen bei einem Wechsel von der Herstellerwartung zu TPM das Einsparpotenzial auf bis zu 70 Prozent. Das Einsparpotenzial von TPM basiert auf fünf Gründen:

  • Weniger Administration: Bei der herstellerübergreifenden Wartung übernimmt ein externer Dienstleister die Instandhaltung der Hardware aller bekannter Hersteller. Dadurch hat das Unternehmen einen zentralen Ansprechpartner für die Wartung sämtlicher Geräte. Der administrative Aufwand reduziert sich so deutlich.
  • Geringe Reaktionszeit bei Störungen und Ausfällen: TPM-Dienstleister bieten garantierte Service Level Agreements (SLAs) und 24/7-Service an 365 Tagen im Jahr an. Die Techniker sind innerhalb eines definierten Zeitfensters vor Ort, um schnellstmöglich die Reparatur des Gerätes vorzunehmen oder ein Ersatzteil zu installieren. Da jede Verzögerung im Produktions- oder Geschäftsablauf durch IT-Störungen Unternehmen bares Geld kostet, ist dies auch ein finanzieller Vorteil.
  • Günstigere Vertragskonditionen: Herstellerwartung ist ein nicht unerheblicher Kostenfaktor. Die Vertragskonditionen der herstellerübergreifenden Wartungsanbieter sind zumeist vorteilhafter für Unternehmen.
  • Hardwarenutzung über EOSL hinaus: Ein besonders relevanter Aspekt zur Kostenersparnis ist, dass TPM-Anbieter Geräte auch nach dem Ablauf des Hersteller-Supports warten. Kostenintensive Neuanschaffungen lassen sich durch TPM vermeiden. Dies unterstützt die Strategie vieler Unternehmen, aufgrund der aktuellen Situation Budgets zu kürzen und Investitionen zu verschieben.
  • Nutzung von Refurbished-Hardware: TPM-Anbieter sind in der Lage, auch Refurbished-Hardware zu warten. Diese fachmännisch aufbereitet und qualitätsgesicherte gebrauchte Hardware ist in der Anschaffung um bis zu der Hälfte günstiger als Neuware.

Trotz dieser Argumente wird das Einsparpotenzial der herstellerübergreifenden Wartung und Refurbished-Hardware von vielen Unternehmen noch nicht genutzt, wie die Studie der Technogroup zeigt. Fast 80 Prozent der Befragten sehen in refurbished Hardware teilweise oder uneingeschränkt eine sinnvolle Alternative zu Neuware, um Kosten zu sparen und die Umwelt zu schonen. Aber nur 15 Prozent nutzen bisher diese Hardware in ihrem Rechenzentrum.

Bezüglich der herstellerübergreifenden Wartung ist ein Umstand zu berücksichtigen: Das Konzept von Third-Party Maintenance ist noch nicht jedem bekannt. In der Online-Befragung gibt ein Drittel der Teilnehmer an, es nicht zu kennen. Über die Hälfte erklärt, es zwar zu kennen, aber nicht mit einem TPM-Anbieter zusammenzuarbeiten. Ein Fakt der überrascht, wenn man ein weiteres Studienergebnis betrachtet: Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der Befragten sehen nämlich die Zusammenarbeit mit einem TPM-Partner als sinnvolle Alternative zur Herstellerwartung, um die Nutzung der Hardware über den Garantie- oder Service-Zeitraum hinaus zu verlängern.

Ein Grund für diese Diskrepanz könnte sein, dass die Versorgung mit sicherheitsrelevanter Firmware die Unternehmen an die Wartung durch die Hersteller bindet. Doch in diesem Punkt ist nun eine wichtige Veränderung erfolgt.

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  1. Optimierungspotenzial bleibt oft ungenutzt
  2. Hardware wird heterogener und läuft länger
  3. Herstellerübergreifende Wartung
  4. Frei verfügbare Firmware

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