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Gestörte Logistik in der Coronakrise

PC-Nachfrage steigt, Absatz bricht ein

14. April 2020, 09:25 Uhr   |  Michaela Wurm | Kommentar(e)

PC-Nachfrage steigt, Absatz bricht ein
© Igor Kardasov - AdobeStock

PC-Markt paradox: Obwohl wegen der Coronakrise die Nachfrage nach PCs und Notebooks für Heimarbeitsplätze steigt, brachen die weltweiten Verkaufszahlen im ersten Quartal 2020 ein. Schuld sind laut Gartner Verzögerungen beim Nachschub.

Die weltweiten PC-Auslieferungen brachen im Auftaktquartal 2020 so stark ein wie seit vielen Jahren nicht. Den aktuellen Zahlen der Marktforscher von Gartner zufolge wurden im ersten Quartal 2020 insgesamt 51,6 Millionen Rechner verkauft, was einem Rückgang von 12,3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2019 entspricht. Nach drei aufeinander folgenden Wachstumsquartalen erlebte der weltweite PC-Markt aufgrund des COVID-19-Ausbruchs den stärksten Rückgang seit 2013.

»Der wichtigste Einflussfaktor für den Rückgang bei PC-Auslieferungen ist der Ausbruch des Coronavirus, der zu Störungen bei Angebot und Nachfrage von PCs führte«, erläutert Mikako Kitagawa, Research Director bei Gartner. »Nach der ersten Ausgangssperre in China Ende Januar gab es im Februar ein geringeres PC-Produktionsvolumen, das zu logistischen Herausforderungen führte.« Mit der Ausbreitung des Virus gab es auch in anderen Regionen Ausgangsbeschränkungen und Schließungen mit der Folge, dass dort die Nachfrage nach PCs für Heimarbeiter sowie für Schüler und Stundenten steil anstieg und die Hersteller nicht mehr nachkamen.

Die Absatzrückgänge fielen in den einzelnen Regionen unterschiedlich stark aus, abhängig davon, wann und mit welchen Maßnahmen die Staaten auf die Ausbreitung der Pandemie reagierten. So gingen in der EMEA-Region die PC-Verkäufe im ersten Quartal »nur« um sieben Prozent auf 16,8 Millionen Geräte zurück. Zum Ende des Quartals fielen die Verkaufszahlen jedoch stärker – sowohl bei Business- wie auch Consumer-PCs, was die Analysten auf die seitdem verschärften Lockdown-Maßnahmen zurückführen. Sie gehen deshalb auch davon aus, dass der PC-Absatz im Jahresverlauf weiter sinken wird.

Für den Rest des Jahres sind die Erwartungen der Analysten daher nicht allzu optimistisch. Bereits die rückläufigen Verkaufszahlen der Hersteller im ersten Quartal spiegelten  die wachsenden wirtschaftlichen Unsicherheiten, die dazu führten, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen ihre PC-Ausgaben einschränkten, so Kitagawa. »Diese Unsicherheit in Verbindung mit dem Ende des Windows-10-Upgrade-Booms veranlasst Unternehmen dazu, ihre IT-Budgets von PCs weg und hin zur strategischen Planung der Geschäftskontinuität zu verlagern. Wir werden erleben, dass Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen ihre PC-Lebenszyklen dauerhaft verlängern, um Geld zu sparen.«

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