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Ehrgeiziges Ziel: Kreislaufwirtschaft

Prime Computer will Vorreiter bei Green IT werden

13. Januar 2021, 12:33 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Prime Computer will Vorreiter bei Green IT werden
© Primer Computer

Prime Computer-Chef Sacha Ghiglione setzt mit Green IT auf den kommenden Megatrend Nachhaltigkeit

Lüfterlose Mini-PCs und Server sind prädestiniert für umweltbewusste Kunden und ihre Reseller. Hersteller Prime Computer geht mit gutem Beispiel voran. Auf der CO2-Neutralität will sich der Schweizer Hersteller nicht ausruhen.

Die Pandemie hat viele Themen aus dem Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Das heißt aber nicht, dass sie an Relevanz eingebüßt hätten. Im Gegenteil. Lockdowns mit aktuell weniger Verkehr und damit geringeren Emissionen sind kein langfristiger Beitrag zum Klimaschutz. Umdenken ist gefragt, Vision und Willen werden benötigt, um nachhaltige umweltschützende Konzepte umzusetzen. Das kann, muss aber nicht mit missionarischem Eifer geschehen. Man kann es auch so sehen: Nachhaltigkeit wird zu einem Megatrend, schon allein deswegen, weil das fossile Zeitalter seinem Ende entgegen geht. Ökologie wird ökonomisch oder Ökonomie ökologisch. Beides stiftet Sinn (vor allem für junge Mitarbeiter wichtig) und schafft Märkte für zunehmend umdenkende oder zum Umdenken gezwungene Kunden.

Nachhaltigkeit und Green IT lassen seit geraumer Zeit neue Unternehmen entstehen. Refurbisher haben längst ihren Platz gefunden - auch wenn ihr Marketing zuvorderst mit Kostensenkung wirbt. Vergleichsweise neue PC-Hersteller wie die 2013 gegründete Prime Computer aus St. Gallen setzen mit ihrer »grünen« Philosophie  und ihren Produkten auf Differenzierung. Baue und tue gleichzeitig was Gutes und rede darüber, heißt das Motto der Eidgenossen aus der Ostschweiz. Sieben Jahre nach der Gründung arbeitet der PC-Hersteller CO2-frei. Sämtliche Emissionen in der Schweiz wurden professionell berechnet, die anfallende CO2-Menge anschließend kompensiert. Tools zur Berechnung wie Sustainability Cloud  von Salesforce gibt es viele, an Aufforstungsinitiativen und anderen Maßnahmen zur CO2-Kompensation mangelt es ebenfalls nicht.

Green IT auch bei Zulieferern
Für Prime Computer-Chef Sacha Ghiglione ist CO2-Neutralität nur ein erster Schritt. Er setzt sich viel ehrgeizigere Pläne. Man möchte »eine Vorreiterrolle einnehmen beim fundamentalen Wandel des IT-Marktes hin zu Green IT«. Für dieses Jahr plant Prime Computer die gesamte Produktion ihrer Produkte CO2-neutral zu halten. Also auch den CO2-Ausstoß zu kompensieren, welchen Zulieferer bei der Produktion der Komponenten verursachen. Das finale Ziel: eine geschlossene Kreislaufwirtschaft zu erreichen.

Alle müssen da freilich mitziehen und ihren Umweltbeitrag leisten. Im margenschwachen Hardwaregeschäft können die Kosten für den Umweltschutz nicht von einer Schulter allein getragen werden. Andererseits sparen Kunden mit Green IT-Produkten durchaus Geld. Den Vorteil beim Stromverbrauch der lüfterlosen Clients (80 Prozent), auf die sich Prime Computer spezialisiert hat, sollte man zwar nicht auf die Goldwaage legen. Zu vernachlässigen sind sinkende Energiekosten bei größeren Rollouts aber keinesfalls, die mit stromeffizienten Clients erzielt werden können.

Grüne Clients auch für den Channel
Zudem bieten die Schweizer ein »Second Life Programme« an. Ausgediente Hardware der Kunden, herstellerunabhängig, wird verrechnet. Altgeräte würden einer ökologisch sinnvollen Zweitverwendung zugeführt, heißt es. Pro verkauftes Produkt lassen die Schweizer zwei Bäume pflanzen. Geplante Obsoleszenz ist kein Thema. Man will mit geringen Ausfallraten und Langlebigkeit punkten, defekte Clients reparieren und so unnötigen Abfall vermeiden und wertvolle Ressourcen schonen.

Da Prime Computer beim Vertrieb auf den Channel setzt und ein Partnerprogramm aufgesetzt hat, können Reseller auf der grünen IT-Welle mitschwimmen – und vielleicht sogar mit ihrem Unternehmen eintauchen in dieses relevanter werdende Business.

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