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Etailer in Deutschland gescheitert

Rakuten.de beugt sich der Amazon-Übermacht

28. September 2020, 07:42 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Rakuten.de beugt sich der Amazon-Übermacht
© Rakuten

Der deutschte Shop des japanischen E-CXommerce-Riesen Rakuten (japanisch für Optimismus) gibt zum 15.Oktober auf

Der deutsche E-Commerce-Anbieter des japanischen Konzerns Rakuten stellt seinen Verkauf ein. Händler hat die Nachricht kalt erwischt: Sie müssen sich nun einen neuen Marktplatz suchen. Viele Fragen will Rakuten »zeitnah« klären.

In einer  ICT CHANNEL vorliegenden Kundenmail gibt Rakuten.de die Schließung seines deutschen Marktplatzes bekannt. »Schweren Herzens müssen wir Ihnen heute jedoch mitteilen, dass wir unseren Marktplatz auf Rakuten.de demnächst einstellen werden«, heißt es dort. Ab dem 15. Oktober werde man keine neuen Bestellungen mehr annehmen. Händlern teilt Rakuten mit, Hilfe leisten zu wollen für alle bis dahin eingehenden Bestellungen. Support und Kundenanfragen würden beim Übergang zum direkten Händlersupport gewährleistet. Eine Übersicht für Händler, wie es detailliert in vielen wichtigen Punkten weiter gehen soll, wie etwa Zahlungsabwicklung, Garantieabwicklung, Zugang zum Händler-Account, Transaktionsdaten und insbesondere Bestellhistorie nach dem 15.Oktober, verspricht Rakuten »zeitnah« zur Verfügung zu stellen. Ob und wie viele Mitarbeiter hierzulande von der Einstellung des Markplatzes betroffen sind, teilte Rakuten nicht mit.


Kunden, die Loyality-Punkte gesammelt haben, teilte Rakuten mit, sie nach der Abschaltung der Website über Rakuten TV für Filme einlösen oder mit Viber Out telefonieren zu können. Zudem sollen die Punkte »bald« über den Club R bei ausgewählten Einzelhändlern wie Douglas, Ikea oder Mediamarkt umgewandelt werden können. Die Kundenkonten blieben erhalten, auch nach der Abschaltung der Webseite.


Rakuten startete im deutschen Markt 2011 mit der Übernahme des Shops Trattoria, der später umbenannt wurde. 2017 übernahm die Landesgesellschaft den Amazon-Kindle-Wettbewerber Tolino von der Deutschen Telekom. In den Top-100 umsatzstärksten Online-Shops des EHI Retail Institute taucht Rakuten nicht auf. Amazon steht mit einem Umsatz von fast 10,5 Milliarden Euro im deutschen Markt auf Platz eins, Schuhe24.de mit knapp 71 Millionen Euro auf Rang 100. Rakuten ist ein reines von Händlerangeboten getragenes Verkaufsportal und steht, anders als Amazon, nicht mit seinen Händlern im Wettbewerb.

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