Knappe Kisten

Sag mir wo die Konsolen sind

5. November 2021, 10:48 Uhr | dpa | Kommentar(e)
Playstation 5 und Xbox Series X im Vergleich
© Sony / Microsoft

Eine aktuelle Spielkonsole zu kaufen, ist zurzeit eine eher frustrierende Angelegenheit. Zu groß ist die Nachfrage, zu knapp das Angebot. Besserung ist keine in Sicht - zumindest nicht zu Weihnachten.

Warteschlangen, überforderte Online-Shops, frustrierte Kunden: Beim Verkaufsstart von heiß begehrtem neuem Spielzeug gehört das fast dazu. Bei der Playstation 5 von Sony und Microsofts Xbox Series X ist das jedoch inzwischen ein Dauerzustand. Seit dem Verkaufsstart vor knapp einem Jahr ist es quasi unmöglich, die Geräte einfach so zu kaufen - und das wird sich wohl bis Weihnachten nicht ändern.

Die Gründe für die anhaltenden Lieferprobleme sind die gleichen, die zum Beispiel die Autoindustrie plagen: Ein Rohstoff- und damit verbundener Teilemangel, dazu Störungen im internationalen Warenverkehr. „Spielekonsolen sind sehr komplexe Produkte aus vielen Hundert Teilen - und es reicht schon, dass eins fehlt, um etwas nicht bauen zu können“, sagt Willy Shih, Professor an der Harvard Business School und Experte für das Management internationaler Lieferketten.

Für die Kunden bedeutet das vor allem Frust. Denn neue Geräte kommen meist nur sporadisch und in sehr geringen Stückzahlen in den Handel, die oft in Sekundenschnelle ausverkauft sind. Besser sieht es nur bei der Xbox Series S aus, dem kleineren und etwas leistungsschwächeren Schwestermodell der Series X, und bei manchen älteren Modellen von Nintendos Switch.

Besonders schlimm war die Lage zum Verkaufsstart, erzählt Petra Fröhlich, Chefredakteurin des Fachportals „Gameswirtschaft.de“, die das Drama um die neuen Konsolen von Beginn an beobachtet hat: Manche Kunden, die lange vor Erscheinen bestellt und bezahlt hatten, mussten damals Monate auf ihre Ware warten. Ganz so dramatisch sei die Lage nicht mehr, aber weiter sehr angespannt. „Wenn der weltweite Handel stillsteht, so wie im Frühjahr nach dem "Ever Given"-Unglück im Suezkanal, dann gibt es auch keine Konsolen - das konnten wir quasi in Echtzeit verfolgen.“
Anders als etwa Apple haben Sony und Microsoft kaum eigene Vertriebskanäle für ihre Produkte, der Verkauf läuft fast ausschließlich über den Elektronik- und Spielwarenhandel. „Dadurch ist es komplett unvorhersehbar, wann es wo neue Konsolen gibt, und es wird auch nicht angekündigt - was häufig auch nur daran liegt, dass die Händler selbst es nur mit sehr geringem Vorlauf wissen“, sagt Fröhlich. Bei den wenigen angekündigten Verkaufsaktionen brachen - und brechen - zudem immer wieder die Server selbst großer Onlinehändler zusammen, zu groß ist der Ansturm.

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