Knappe Grafikkarten und Konsolen

So viel verdienen die Bot-Abzocker

17. Dezember 2020, 10:39 Uhr | Lars Bube | Kommentar(e)
Wucherpreise für Konsolen und Grafikkarten
© Screenshot ebay.de

Während der Handel und seine Kunden angesichts der Lieferschwierigkeiten bei aktuellen Grafikkarten von Nvidia und AMD sowie den neuen Spielkonsolen von Microsoft und Sony reichlich angefressen sind, verdienen sich andere daran eine goldene Nase.

Statt dem eigentlich zu erwartenden Gaming-Fest für die Zocker und die Händler ihres Vertrauens gerät der Verkaufsstart der neuen Spielkonsolen und Grafikkarten in diesem Jahr zu einem einzigen Fiasko. Sowohl Sonys Playstation 5 als auch Microsofts Xbox Series X waren praktisch vom Start weg ausverkauft, gleiches gilt für Nvidias neue Geforce-Modelle RTX 3070, 3080 und 3090 sowie AMDs jüngste Radeon-Grafikkarten RX 6800, RX 6800XT und RX 6900XT. Doch während Fachhandel und Gamer ob dieser Situation höchst frustriert sind, lachen sich andere ins Fäustchen, während sie ihre fetten Gewinne zählen: Allerlei Betrüger, Abzocker und andere unlautere Gesellen, welche die Krise verschärfen und gleichzeitig von ihr profitieren.

Allen voran sind hier die Scalper zu nennen. Sie haben zum Verkaufsstart teils hunderte der begehrten Grafikkarten und Spielkonsolen gekauft und machen mit der knappen Ware nun kräftig Kasse. Auf verschiedenen Verkaufsplattformen, allen voran Ebay, bieten sie die Ware nun für Wucherpreise an – mit Erfolg. So finden sich auf dem Auktionsportal etwa Offerten für die Playstation 5 für bis zu 1.500 Euro. Obwohl das das Dreifache der UVP von 499 Euro ist, greifen zahlreiche Kunden zu. Wie erschreckend häufig sich ungeduldige Gamer auf dieses Geschäft mit dem Teufel einlassen und wie viel die Abzocker damit ab- und umsetzen, hat jetzt der Datenexperte Michael Driscoll von Oracle überschlagen.

Anhand der Analyse von Ebay-Verkaufsdaten für die beiden Konsolen und mehrere Modelle der Grafikkarten von AMD und Nvidia sowie deren Hersteller-Partnern kommt er zu dem Ergebnis, dass alleine auf diesem Wege in den USA bislang – äußerst konservativ gerechnet – über 80 Millionen US-Dollar in die Kassen der Scalper geflossen sind. Fast die Hälfte davon dürfte als Reingewinn hängen bleiben. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

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