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Stärkere Mikrochips und Spritzdämmung

09. September 2020, 17:39 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Stärkere Mikrochips und Spritzdämmung
© Adobe Stock / Peppygraphics

Energiesparen, mehr Rechenleistung und eine Kombination aus Optik und Robotik im OP - drei innovative und bereits im Markt erfolgreiche Projekte sind für den Deutschen Zukunftspreis 2020 vorgeschlagen.

Energetisches Bauen, eine Kombination von Optik und Robotik in der Medizin und noch leistungsfähigere Chips - darum geht es bei den für den Deutschen Zukunftspreis 2020 nominierten Projekten. Drei Forscherteams stellten am Mittwoch in München ihre Arbeiten vor. Sie müssen innovativ und bereits marktreif sein. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht den Preis am 25. November in Berlin.

Beim Projekt der Unternehmen Zeiss und Trumpf in Baden-Württemberg sowie des Fraunhofer-Instituts IOF in Jena ermöglicht sehr kurzwelliges Licht eine feinere Form der Lithografie, mit der Mikrochips hergestellt werden. Die Strukturen der elektronischen Bauelemente werden wie bei der Projektion eines Dias auf den mit Fotolack bedeckten Siliziumchip übertragen. Das extrem kurzwellige Licht ermögliche eine vielfach höhere Auflösung und damit feinere Strukturen - für leistungsfähigere und energieeffizientere Mikrochips. Die Digitalisierung erfordere eine wachsende Rechenleistung, erläuterte das Team. Ein Smartphone habe auf einem kaum fingerkuppengroßen Mikrochip die millionenfache Leistung des Rechners, der 1969 die erste Mondlandung begleitete.

Zeiss in Baden-Württemberg ist auch an einem System für bessere Optik und automatisierte Kamerafahrten im OP beteiligt. Gespeicherte Positionen und ein Kamerablick »um die Ecke« erleichtern die Arbeit. Der Chirurg kann die Kamera mit einem Fußschaltpult bewegen - die Hände bleiben frei für den Patienten. Das System umfasst 180 Patente und vereint Robotik und digitale Visualisierung. Der Arzt kann sowohl mit einem Mikroskop arbeiten als auch mit einer Kamera; zudem kann wie mit einem Endoskop verborgene Bereiche sehen. Die Technik hat dem Team zufolge seit 2017 rund 900 Zulassungen weltweit erhalten und wird jährlich bei über 300.000 Eingriffen eingesetzt. Vertreter dieses Projekts kommen aus Baden-Württemberg und der Schweiz

Ein Team aus bayerischen Ingenieuren und Wissenschaftlern entwickelte eine spritzbare Fassadendämmung aus Mörtel und Glas. Winzige Glashohlkugeln mit 10 bis 200 Mikrometern Durchmesser sorgen für geringes Gewicht, hohe Festigkeit und große Dämmwirkung. Der CO2-sparend hergestellte Stoff könne 15 Zentimeter dick aufgetragen werden; die Anwendung sei einfach. In der Zukunft könnten womöglich Roboter die Masse aufspritzen - Versuche dazu laufen bereits. Das könne künftig die Berufsbild für die Facharbeiter am Bau verändern und aufwerten. Das Material sei zudem gut recycelbar.

Der Deutsche Zukunftspreis ist mit 250.000 Euro dotiert und gehört zu den bedeutendsten Wissenschaftspreisen in Deutschland. Schon die Nominierung gilt als hohe Auszeichnung. Im vergangenen Jahr waren Entwickler einer Software zur Verbesserung der Abläufe in Unternehmen geehrt worden. Die Software soll etwa pünktlichere Züge oder eine schnellere Behandlung von Patienten im Krankenhaus möglich machen.

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dpa

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